13,9 Millionen Zuschauer für Wetten, dass…

Von Stefan Marx

Wetten dass ist offenbar wieder total in !Am vergangenen Samstag lud Thomas Gottschalk einmal öfter zu seiner bekannten TV- Show „Wette, dass …“ nach Leipzig ein. Äußerst wenig Berühmtheiten aus den USA gaben bei dieser Ausgabe Gottschalk die Ehre, umso unterhaltsamer gelang die Sendung.

Der größte Spaß kam beim Schlabbern. Wettkandidat Tim Vetter wollte am Samstagabend bei der ZDF-Unterhaltungsshow «Wetten, dass..?» seinem Labrador Lucky beim Trinken aus dem Napf Konkurrenz machen - und verlor, denn Lucky schlabberte sein Wasser
natürlich viel schneller als Herrchen. Das Publikum in Leipzig amüsierte sich tierisch gut.

Überhaupt klappte bei dieser Ausgabe der Sendung, die mittlerweile auch in die USA verkauft wurde, einfach alles - obwohl oder vielleicht gerade weil die bekannten Hollywoodstars fehlten. Moderator Thomas Gottschalk hatte sich eine illustre Plauderrunde auf seine Wettcouch geholt, die von Ex-Frauen über Mode bis zur Kindererziehung alles thematisierte, was den Zuschauer am Samstagabend wirklich interessiert. Und ausnahmsweise blieben alle bis zum Ende der Sendung sitzen.

Bei diesen Themen durfte Ex-Tennis-Profi Boris Becker nicht fehlen, der über seine diversen Erfahrungen als dreifacher Vater ein Ratgeber-Buch für Eltern herausgegeben hat. Lob für sein Werk gab es ausgerechnet von Frauenrechtlerin Alice Schwarzer. Sie machte ihrem Ruf als höchst amüsanter, lockerer Talkgast mal wieder alle Ehre.

Auch die Moderatorin und alleinerziehende Mutter Inka Bause, die für die erkrankte Opernsängerin Anna Netrebko eingesprungen war, hatte einiges zu den Themen Ex und Kindererziehung zu sagen, die sich wie ein roter Faden durch den gesamten Abend zogen und den bestens aufgelegten Gottschalk irgendwann zu der Feststellung veranlassten: „Ich bin der einzige Spießer auf der Bank. Ich habe morgen meinen 30. Hochzeitstag.“ Seine Frau Thea habe zwar nie an Scheidung, dafür aber ab und zu an Mord gedacht, berichtete er.

Gottschalks Gäste waren diesmal zwar nicht ganz so hochkarätig wie in anderen «Wetten, dass..?»-Ausgaben, dafür aber umso unterhaltsamer. Den gesamten Abend über wurde auf der weißen Couch gejuxt, diskutiert, geweint, gelacht - und gegurgelt. Trotz gewonnener Hundenapf-Wette löste Sängerin Celine Dion ihr Versprechen ein und gurgelte ihren Hit: „My heart will go on“. Völlig unprätentiös gab sich die energiegeladene Kanadierin, die zwischendurch sogar Comedian Michael Mittermeier nach einem seiner Temperamentsausbrüche ein Duett anbot.

Auch Schwarzer hatte bei ihrer Wette richtig getippt, legte aber trotzdem mit einem Profi einen Rock`n`Roll aufs Parkett. Der bekennende Tanzmuffel Gottschalk hatte nach einigen uncharmanten Spitzzüngigkeiten gegen Schwarzer einiges gut zu machen. Also holte er sich Bause von der Couch, schmiss ebenfalls die Beine – und blamierte sich keineswegs.

Als äußerst professionell erwiesen sich die Schauspieler Heino Ferch und Martina Gedeck, die demnächst in der Weihnachtsbeziehungskomödie „Meine schöne Bescherung“ im Kino zu sehen sind. Nach verlorener Wette konnten sie auf Kommando abwechselnd herzzerreißend weinen und lachen.

Die Wetten rundeten den doch recht gelungenen Unterhaltungsabend ab. So schaffte es ein junger Stuttgarter, gemeinsam mit einem Freund in nur fünf Minuten einen gigantischen Kürbis auszuhöhlen und damit über einen See in Ludwigsburg zu paddeln. Andere Kandidaten nagelten 20 rohe Eier auf ein Brett oder erkannten 100 Getränke nur am Ertasten des Flaschenbodens.

Am Ende hatte nur der Wasser schlabbernde Tim Vetter seine Wette verloren, wurde aber schon wegen seiner originellen Idee berechtigterweise zum Wettkönig gekrönt. Ziemlich knapp wurde es bei der Stadtwette: Die TV-Kommissare der „Soko Leipzig“ mussten 50 echte, als Gartenzwerge verkleidete Polizeikommissare auf dem Markt der Stadt zusammentrommeln, die als Geburtsort jener spießigen, bunten Gesellen gilt. Mit Ach und Krach bekamen sie 51 zusammen und bescherten Gottschalk damit vor der nächsten Sendung eine kampfsport-Lektion in einem katholischen Gymnasium.

Nach Angaben des Senders schalteten 13,09 Millionen Zuschauer (Marktanteil 42,4 Prozent) bei der Show am Samstag ein.

DCRS meint: Vielleicht sollte sich Gottschalk künftig an dieser Erfahrung orientieren.

Artikel vom 11. November 2007

Eine Antwort zu “13,9 Millionen Zuschauer für Wetten, dass…”

  1. Anke Baudach sagt:

    Der Herr Marx hat sich wieder mal einen abgerungen. Eben intellektueller Quatsch. Das liest sich einfach nicht.

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