400 Kinder sollen zurück in Horror-Sekte

Von Kerstin Moebius

400 Kinder sollen zurück in Horror-SekteVor wenigen Wochen waren 468 Kin der aus einer polygamen Sekte im US-Bundesstaat Texas gerettet worden. Der Anführer der Religionsgemeinschaft, Warren Jeffs, ist wegen Beihilfe zur Vergewaltigung verurteilt worden und muss eine lebenslange Haftstrafe verbüßten. Wie bekannt wurde, wurden minderjährige Mädchen zwangsweise mit alten Männern verheiratet und von diesen im Tempel der Sekte sexuell missbraucht und vergewaltigt.

Unter den Kinder befindet sich eine 16jährige, die bereits vier Kinder hat.

Jetzt sollten die geretteten Kinder zurück in die Horror-Sekte.

Der Oberste Gerichtshof von Texas entschied, das Entfernen der 468 Kinder von der Ranch der Sekte sei juristisch “unbegründet” gewesen. Damit gab das Gremium einem texanischen Gericht Recht, das zuvor geurteilt hatte, es habe keine unmittelbare Gefahr für die Kinder und damit auch kein Recht bestanden, sie ihren Eltern wegzunehmen.

Die Sozialbehörden hatten die Kinder Anfang April von der Ranch der Sekte “Fundamentalist Church of Jesus Christ of Latter Day Saints (FLDS)” geholt und in Pflegeheime eingewiesen. Unter den Kindern waren auch schwangere minderjährige Mädchen.

Die Ranch, auf der die FLDS-Anhänger leben, wurde 2003 von ihrem selbsternannten Propheten Warren Jeffs erworben. Jeffs wurde 2006 in Las Vegas verhaftet und im vergangenen Jahr wegen Beihilfe zur Vergewaltigung zu lebenslanger Haft verurteilt.

Ob die Kinder nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofes tatsächlich zu der Ranch zurückkehren würden, war zunächst unklar. Beobachter schlossen nicht aus, dass der Fall bis hin zum Obersten Gerichtshof der USA ausgefochten wird.

Artikel vom 30. Mai 2008

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