400 Personen im Holzklotz-Mord überprüft

Von Irina Heidkamp

400 Personen im Holzklotz-Mord überprüftDer Holzklotz-Mord von Oldenburg schockiert Deutschland. Von einer dunklen Autobahnbrücke warf ein bislang unbekannter Täter feige einen Holzklotz auf ein über die Autobahn rasendes Auto. Eine junge Mutter starb. Sie hatte gerade erste eine schwere Krankheit besiegt. Gegen den Holzklotz-Mörder hatte sie keine Chance.

Die Fahndung nach dem feigen Mörder läuft auf Hochtouren. In mühsamer Kleinarbeit wurden rund 400 Personen in Zusammenhang mit dem Mord überprüft.

Befragt werden vor allem Besucher der nahe gelegenen Osterfeuer. “Es gibt nach wie vor keine heiße Spur”, sagte ein Polizeisprecher.

“Wir stehen am Anfang der Ermittlungen und die brauchen Zeit.”

Autofahrer und Fußgänger hätten sehr unterschiedliche Hinweise gegeben. Zur Tatzeit am Ostersonntag seien an der Autobahn in Niedersachsen Spaziergänger, Mofafahrer oder auch kleinere Gruppen beobachtet worden. Wegen der Osterfeuer waren mehr Menschen als üblich über die Brücke gelaufen. Unterdessen wurden mehrere Nachahmungstaten bekannt.

Die Oldenburger “Nordwest-Zeitung” hatte berichtet, im Verkehrsfunk sei am Sonntag - eine halbe Stunde vor der Tat - gewarnt worden, dass von der Brücke Gegenstände auf die Fahrbahn geworfen werden. Eine Überprüfung dieses Hinweises habe keine Bestätigung gefunden, sagte ein Polizeisprecher. Es sei erst unmittelbar nach der Tat eine Warnmeldung auf Veranlassung der Polizei ausgestrahlt worden.

Nun müssen sich Autofahrer vor dummen Nachahmern fürchten. Erste Fälle wurden bereits bekannt.

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen berichtete unterdessen von Nachahmern. So sollen drei Kinder in Kempen ein Auto von einer Brücke aus mit einem Lehmklumpen beworfen haben. Über die möglichen Folgen ihres Tuns hatten sich die 12- und 13-jährigen Jungen laut Polizei angeblich keine Gedanken gemacht. Von einer Autobahnbrücke nahe Viersen ließ ein Jugendlicher einen leeren Getränkekarton auf die Fahrbahn fallen. In Süchteln wurde ein hartgekochtes Ei an die Windschutzscheibe eines Lastwagens geworfen. “Die Scheibe riss sternförmig”, schilderte der Polizeisprecher.

“Soweit man Brückenwerfer bis heute kennt, machen sie sich keine Gedanken über die Folgen ihres Handelns”, sagte der Münchner Psychologe Georg Sieber der “Süddeutschen Zeitung”.

“Menschen, die Dinge von Brücken werfen, tun das in der Regel ohne Tötungsabsicht.” Sie brächten die Autos unter der Brücke nicht mit den darinsitzenden Menschen in Verbindung. Meist mache sie die Gelegenheit zu Tätern. “Ich kenne keinen Fall in den 40 Jahren, die ich die Polizei beraten habe, in dem sich ein Täter vorgenommen hat: Jetzt gehe ich zu der Brücke und werfe etwas herunter.”

DCRS meint: Was ist das für eine Argumentation?!! Jedem Kind muss bewusst, sein, dass wenn es etwas fallen lässt, dass dies Folgen hat; und wenn nur die Umwelt verschmutzt wird. Niemand kann und darf so gedankenlos sein, einen Holzklotz von einer Autobahnbrücke zu werfen. Ein gewisses Maß an Vernunft ist jedem zuzutrauen. Auch Alkohol darf hier keine Entschuldigung sein !

Tags:

, , , ,
Artikel vom 26. März 2008
Ähnliche Artikel

Einen Kommentar schreiben