Apotheken-Skandal: Millionenbetrug mit nicht zugelassenen Krebsmedikamenten

Von Kerstin Moebius

Offenbar kann man nicht einmal mehr einem Apotheker vertrauen (Foto: Symbolbild / pixelio.de)Rund 100 Apotheken und zwei Pharmahändler haben in Deutschland offenbar nicht zugelassene Krebsmittel auf den Markt gebracht. So ermittelt die Staatsanwaltschaft Mannheim nun wegen des Verdachts des Betrugs, der Beihilfe zum Betrug und des Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz.

Bereits Anfang September wurden 66 Wohnungen, Büros und Geschäftsräume in mehreren Bundesländern und auch in der Schweiz durchsucht.

Da die Apotheker die billiger erworbenen Arzneimittel zu den höheren deutschen Preisen abrechneten, ist den gesetzlichen Krankenkassen nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Schaden von mehreren Millionen Euro entstanden.

“…Wir haben im Sommer zusammen mit der AOK Niedersachsen eine Strafanzeige gestellt..”, sagte der Sprecher der Techniker Krankenkasse (TK), Hermann Bärenfänger.

Im Vorfeld hatte eine gemeinsame Ermittlungsgruppe Auffälligkeiten bei den Abrechnungen einiger Apotheker entdeckt, da diese Medikamente, meist in der Krebstherapie verwendete Zytostatika, die in Deutschland und Europa nicht zugelassen sind, importiert und weiterverarbeitet hatten.

Nach der Verarbeitung konnte dann niemand mehr nachvollziehen, welche Mittel
tatsächlich verwendet wurden. Zudem sollen die Betrüger mitunter Beipackzettel ausgetauscht und Beschriftungen manipuliert haben.

Aktuell wertet das Landeskriminalamt Baden-Württemberg wertet die bei den Durchsuchungen beschlagnahmten Unterlagen aus und überprüft die Medikamente.

Nach bisherigem Ermittlungsstand sollen im Wesentlichen zwei Hauptbeschuldigte den Vertrieb an deutsche Apotheker organisiert haben.

Besagte Medikamente sind im Ausland deutlich billiger als in Deutschland und es gibt im Bundesgebiet nur rund 300 Apotheken, die über die Möglichkeit verfügten, Zytostatika zu
verarbeiten.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sind möglicherweise auch Arzneimittel ohne ausreichenden Wirkstoffgehalt an Patienten verabreicht worden und weiterhin soll es sich zum Teil um verunreinigte Präparate gehandelt haben, die in Deutschland nie eine Zulassung erhalten hätten.

In den Vertrieb der Arzneimittel sind offenbar Firmen von der britischen Insel Isle of Man und aus Dänemark involviert.

DCRS ONLINE meint: Eine absolute Sauerei, wobei man sich schon ernsthaft fragen muss, wieso in Deutschland immer alles viel teurer sein muss, als im Ausland !

Artikel vom 28. September 2007

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