Auch Griechenland ermittelt jetzt gegen Siemens
Die Siemens-Affäre schlägt weite Kreise. Die griechische Staatsanwaltschaft in Athen verdächtigt Siemens-Manager und Führungsmitglieder der ehemalig staatlichen Telefongesellschaft OTE, Schmiergeldgeschäfte in Griechenland abgewickelt zu haben.
Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, werden in einem internen Ermittlungepapier der Athener Staatsanwaltschaft die Namen von 22 Verdächtigen aufgeführt, unter denen sich ein Dutzend Beschäftigte von OTE befinden.
Auch sieben frühere Siemens-Verantwortliche stünden auf dieser Liste, sechs aus Griechenland sowie aus Deutschland der ehemalige Konzernvorstand Volker Jung. Gegen Jung wird bereits in Deutschland ermittelt.
Der Rechtsanwalt von Volker Junge erklärt offenbar gegenüber der Staatsanwaltschaft München und Athen, dass sein Mandant in die Affäre nicht verstrickt sei. Jung bestreite die Vorwürfe, äußerte sein Anwalt gegenüber der “SZ”.
In einer nun von der Staatsanwaltschaft Athen erhobenen Anklage wegen Korruption und Geldwäsche sind laut SZ aber keine Namen von Beschuldigten genannt. Es handele sich um eine Anklage “gegen alle Verantwortlichen”. Das sei nach griechischem Recht möglich.
Nach Angaben der Zeitung hat die frühere Chefsekretärin der Siemens-Niederlassung in Athen gegenüber der dortigen Staatsanwaltschaft von “Zuwendungen” an griechische Politiker berichtet. Außerdem habe ein früherer Kassenwart der sozialistischen Partei Pasok zugegeben, mehr als 400.000 Euro angenommen zu haben. Im Mittelpunkt der Ermittlungen in Griechenland stünden zwei staatliche Großaufträge: der Ausbau des dortigen Telefonnetzes und die Errichtung des aufwendigen Sicherheitssystems für die Olympischen Sommerspiele 2004 in Athen.





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07. Juli 2008 um 15:23
Man muß ja nicht an jede “Verschwörungstheorie” glauben; aber man fragt sich schon, wer hinter der weltweiten verlogenen Hetze gegen Siemens steckt.
Jeder, der sich ein wenig auskennt, weiß, daß in gewissen Bananenrepubliken - zu denen auch Griechenland gehört, auch wenn das einige nicht gerne hören - Verkäufe ohne Schmiergelder nicht möglich sind. Das liegt ganz einfach an den Wirtschaftsstrukturen begründet, die weitgehend in staatlicher Hand sind, und korrupte Beamte wollen nun mal geschmiert werden.
Wer das ändern will, muß die Strukturen ändern - übrigens auch in der BRD, die einen viel zu hohen Staatsanteil hat. Mit scheint aber, daß genau das Gegenteil beabsichtigt ist: Man will einen der wenigen noch existierenden deuschen Großkonzerne mit Gewalt kaputt machen - vielleicht um die Reste dann zu verstaatlichen?!?
PS: mir ist durchaus klar, daß auch die Verantwortlichen der Sparte “Einkauf” in Privatunternehmen nicht ganz unempfänglich für Schmiergelder sind - aber sie sind nicht so darauf angewiesen wie die Beamten in gewissen Staaten, da sie in der Regel besser bezahlt werden