Bahn und GDL büßen durch Endlos-Verhandlungen Glaubwürdigkeit ein

Von Andre Bergmann

Bahn-StreikDie Tarifverhandlungen zwischen GDL und Bahn scheinen sich für Außenstehende völlig festgefahren zu haben. Täglich ändern sich die Aussagen der Parteien zu einer möglichen Einigung. Dabei rückt das Ende des Monats unweigerlich näher. Bisdahin wollten sich die Tarifparteien geeinigt haben. Ansonsten drohen schon wieder Streiks

„Die Glaubwürdigkeit beider Seiten wird beschädigt, wenn es jetzt nicht endlich ein klares Verhandlungsergebnis gibt“, sagte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos, CSU, der Zeitung „Bild am Sonntag“ laut Vorabbericht.

„Insofern kann ich beide Partner nur auffordern, jetzt mal zu Potte zu kommen.“

Nach monatelangem Streit und mehreren Streiks waren die Verhandlungen zwischen Bahn und GDL diese Woche erneut ins Stocken geraten. Bereits in der kommenden Woche könnte es neue Arbeitsniederlegungen geben. Am Sonntag kommen Hauptvorstand und Tarifkommission der GDL in Frankfurt am Main zusammen, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden.

Die in Dresden erscheinende „Sächsische Zeitung“, Samstagausgabe, berichtete vorab, das von der Bahn vorgeschlagene, durchschnittlich zweistellige Lohnplus würde kaum für die Hälfte der Lokführer gelten. Rund 4500 Lokführer hätten gar nichts von der am Freitag von Bahnchef Hartmut Mehdorn propagierten individuellen Einkommensverbesserung von 7 bis 15 Prozent, weil ihnen die beim Übergang zum Konzern zugebilligte persönliche Zulage angerechnet werde. Außerdem wolle die Bahn die Anfängerbruttolöhne um 100 auf 1884 Euro senken.

„Diesen Irrwitz versteht kein neuer Lokführer“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, der Zeitung. Die GDL begehe nicht den Fehler, Besitzstände zu wahren und bei neuen Kollegen nachzugeben. Das sei ein Kardinalfehler der Gewerkschaften. „Die brauchen sich dann nicht wundern, wenn sie keine neuen Mitglieder bekommen“, sagte Weselsky.

DCRS ONLINE meint: Da hat Herr Glos wohl Recht.

Artikel vom 12. Januar 2008

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