Bahn und GDL verhandeln wieder – Samstag geht’s weiter
Der Tarifstreit zwischen Deutscher Bahn und GDL entwickelt sich immer mehr zur endlosen Berg- und Talfahrt. Nachdem sich die Politik am Freitag in den verfahrenen Streit eingemischt hat, wollen die Parteien nun noch einmal miteinander verhandeln. Bundesverkehrsminister, Wolfgang Tiefensee hatte sich mit GDL-Chef Chell und Bahn-Chef Harmut Mehdorn an einen Tisch gesetzt. Mit Erfolg.
Im Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) soll nun doch wieder verhandelt werden. Beide Seiten wollten bereits am Samstag wieder Verhandlungen aufnehmen, sagte GDL-Sprecherin Gerda Seibert am Freitag in Frankfurt am Main.
Zuvor hatte es in Berlin ein mehrstündiges Spitzentreffen von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn und GDL-Chef Manfred Schell mit Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) gegeben. Zu Ort und Zeit der Verhandlungen am Samstag wollten weder GDL noch Deutsche Bahn Angaben machen. Offen ließen sie ebenfalls, ob die Gespräche auf Spitzen- oder auf Arbeitsebene geführt würden.
Das Ergebnis des kurzfristig anberaumten Spitzentreffens am Freitagnachmittag in Berlin sei, dass Bahn und GDL unverzüglich in Tarifverhandlungen über Entgelt und Arbeitszeit eintreten und alles versuchen werden, diese bis zum 6. Januar kommenden Jahres erfolgreich zu verhandeln, hieß es nach dem Treffen knapp in identischen Erklärungen von Bahn, GDL und Bundesverkehrsministerium.
GDL-Chef Schell hatte erst am Donnerstag die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt und einen unbefristeten Streik im Personen- und Güterverkehr der Deutschen Bahn ab 7. Januar angekündigt. Der Streik sollte auch bei einer eventuellen Aufnahme von Verhandlungen fortgeführt und erst dann beendet werden, wenn sich eine tragfähige Lösung abzeichnet.
Nun streben alle Beteiligten offenbar bis zum 7. Januar eine Einigung in dem seit neun Monaten andauernden Tarifkonflikt an. Bis dahin soll es keine Streiks geben. Am Freitag habe Schell nach Angaben von Bahn, GDL und Bundesverkehrsministerium gesagt, „dass, sollten die Verhandlungen einen Stand erreichen, der ein absehbares, erfolgreiches Ende der Tarifverhandlungen in Aussicht stellt“, es auch ab 7. Januar keine Streiks geben werde.
Ob eine Annäherung im Streit um den Kern des Tarifkonflikts, den eigenständigen Tarifvertrag für die Lokführer, erzielt werden konnte, blieb offen. Hierzu wollten sich weder Bahn noch GDL äußern. Bislang hatten Bahn und GDL immer wieder betont, auf Grundlage des Vermittlungsergebnisses der beiden CDU-Politiker Kurt Biedenkopf und Heiner Geißler verhandeln zu wollen.
Beide Politiker hatten Ende August in dem Tarifkonflikt in einem sogenannten Moderationsverfahren vermittelt. Das Ergebnis sieht einen „eigenständigen Tarifvertrag“ für Lokführer über Arbeitszeit und Entgelt vor, der sich allerdings „konflikt- und widerspruchsfrei“ in ein Gesamttarifsystem einfügen soll. Seither streiten Deutsche Bahn und GDL über die Interpretation dieses Moderationsergebnisses.
DCRS ONLINE meint: Hoffentlich nimmt dieses Trauerspiel bald ein Ende ! Dann gibt es vielleicht sogar Applaus.





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