Bahnstreik: GDL freut sich über Erfolg, vor allem im Osten geht nix mehr

Von Irina Heidkamp

Offenbar will die GDL einen Totalzusammenbruch in Deutschland herbeiführenSeit Donnerstagmorgen 2.00 Uhr streiken die Lokführer erneut bundesweit im Regional- und Nahverkehr. Trotzdem die GDL mehr die Interessen ihrer Vorstände verfolgen zu scheint, erhält sie aus den Reihen der Lokführer immer noch große Unterstützung und erreicht mit dem derzeitigen Arbeitskampf bundesweit große Ausfälle.

Die Bahn-Kunden scheinen sich auf die Ausfälle vorbereitet zu haben. Das ganz große Chaos ist offenbar bislang ausgeblieben, wenn auch das Verständnis für den erneuten Streik in der Bevölkerung gering ist.

In Teilen Ostdeutschlands ist der Streik besonders hart. Die Rostocker S-Bahnen fahren gar nicht mehr. Unterdessen ist die Deutsche Bahn schon damit beschäftigt, zu berechnen, wie hoch der Schaden wohl sein dürfte. Man habe Kunden dauerhaft verloren, durch die wiederkehrenden Ausstände.

Die Bahn rechnet nach eigenen Angaben mit großen wirtschaftlichen Schäden. Das sagte der Personenverkehrsvorstand Karl-Friedrich Rausch am Donnerstag im ZDF-Morgenmagazin. Der in den frühen Morgenstunden begonnene und für 30 Stunden geplante Streik treffe die Kunden der Bahn sehr hart, vor allem die Pendler. So könne die S-Bahn in Leipzig nur zu 10 Prozent fahren, in Rostock sei die S-Bahn ganz ausgefallen.Die Bahn habe bereits Kunden verloren und es werde schwierig sein, sie zurückzugewinnen.

“Viel schlimmer kann es kaum noch werden”, sagte Rausch.

Er forderte die GDL auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Das Angebot der Bahn, die Gehälter um zehn Prozent zu erhöhen, liege auf dem Tisch.

Der Streik legte den Nah- und Regionalverkehr der Bahn am Donnerstag bundesweit zu mehr als 50 Prozent lahm. In Westdeutschland sei am Morgen jeder zweite Zug gefahren, Ostdeutschland sei stärker betroffen.

Informationen zum Notfallfahrplan der Deutschen Bahn können unter www.bahn.de/aktuell abgerufen werden oder unter der kostenlosen Telefonnumer 08000 996633 erfragt werden.

Der bisher längste Lokführerstreik begann um 2 Uhr bei der S-Bahn in Berlin und Hamburg und erfasste danach Strecken im gesamten Bundesgebiet, wie die Streikleitung der Gewerkschaft Deutscher Lokführer mitteilte. Sie will die Bahn AG dazu bringen, einen eigenen Tarifvertrag für die Lokführer zu vereinbaren. Außerdem werden Verbesserungen bei Einkommen und Arbeitszeit gefordert.

Die stärksten Einschränkungen gab es nach Angaben der Bahn AG in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern.

Bei den S-Bahnen der Großstadtregionen sei es jedoch gelungen, den Verkehr reduziert aufrechtzuerhalten. So seien in Hamburg zwar zwei S-Bahn-Linien völlig ausgefallen. Die anderen verkehrten aber alle 20 Minuten. In München und in Frankfurt verkehre die S-Bahn zuverlässig im Stundentakt. In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen seien rund 50 % der Regionalzüge gefahren, bei der S-Bahn Rhein-Ruhr gebe es einen 30-Minuten-Takt.
Derweil zeigten sich am Donnerstag Deutsche Bahn und die Gewerkschaft der Lokführer unversöhnlich. Die Bahn schloss eine Nachbesserung des Angebots an die Lokführer aus. Die GDL sieht unter diesen Umständen aber auch keine Möglichkeit zur Rückkehr an den Verhandlungstisch.

Von den 20.000 Lokführern in Deutschland werden nach Angaben der GDL 12.100 im Nah- und Regionalverkehr eingesetzt. Von diesen seien 4.400 Beamte, so dass es mehr als 7.000 “streikfähige Lokführer” gebe. Mehr als 80 Prozent seien bei der GDL organisiert. “Wir gehen davon aus, dass unsere Mitglieder sich alle an dem Streik beteiligen”, sagte der Gewerkschafter.

DCRS ONLINE meint: Es ist eine Frechheit, dass einige Tausend Personen ein Land mit 80 Millionen Einwohnern tyrannisieren dürfen!

Artikel vom 25. Oktober 2007

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