Biosprit und Chavez auf EU-Lateinamerika-Gipfel

Von Jette Petersen

Biosprit und Chavez auf EU Lateinamerika GipfelNach ihrem Besuch bei VW do Brasil in Sao Paulo hat die Bundeskanzlerin Angela Merkel angekündigt, auf dem am Freitag beginnenden EU-Lateinamerika-Gipfel in Peru auch die Probleme bei der Biosprit-Herstellung diskutieren zu wollen.

Vor allem die Frage, ob der Sojaanbau in lateinamerikanischen Ländern dazu führe, dass Anbauflächen, die eigentlich für die Nahrungsmittelproduktion bestimmt sind, der Herstellung von Biosprit umgewidmet werden. Soja wird zum Beispiel in Argentinien zur Biosprit-Herstellung verwandt.

Auf dem EU-Lateinamerika-Gipfel wird die Bundeskanzlerin auch auf den Präsidenten von Venezuela, Huge Chavez, treffen. Dieser hatte die Kanzlerin in der jüngsten Vergangenheit immer wieder attackiert und sogar in die Nähe von Hitler gebracht.

In der deutschen Delegation wird davon ausgegangen, dass Chávez auf dem Gipfel in Lima erscheinen und auch an dem Forum zur Armutsbegrenzung teilnehmen wird. Dort soll Merkel ein Referat halten. Angedacht sei, dass Merkel darin die Vorzüge des deutschen Modells der sozialen Marktwirtschaft beschreiben werde, hieß es weiter. An dem Gipfel nehmen 27 europäische sowie 33 lateinamerikanische und karibische Delegationen teil.

Neben Fragen des Klimawandels solle in Lima vor allem über die Armutsbekämpfung in Lateinamerika gesprochen werden. Merkel hatte sich im Vorfeld dafür ausgesprochen, die Hilfen der EU auf diesen Punkt zu konzentrieren.

Merkel rief angesichts der stockenden Verhandlungen zur Liberalisierung des Welthandels alle Seiten zur Kompromissbereitschaft aufgerufen. “Wir wissen zwar, dass wir in den Agrarmärkten noch einiges tun müssen”, sagte sie am Mittwochabend (Ortszeit) in einer Rede vor Wirtschaftsvertretern in Sao Paulo. “Aber wir wollen natürlich auch bei den tarifären Hemmnissen im Industriebereich ein paar Vorteile sehen.”

Artikel vom 16. Mai 2008
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