Birma – Wahlen statt Hilfe
Die humanitäre Katastrophe in Birma wird von Tag zu Tag schlimmer. Es ist ein Kampf gegen die Zeit, denn jeder Tag kostet unzählige Menschen das Leben. Die Militärjunta beschlagtnahmt Hilfsgüter und verteilt diese schließlich. Dass die Güter bei der notleidenden Bevölkerung ankommt, wird international stark bezweifelt.
Währen die Menschen hungern, ihrer ärmlichen Existenz beraubt wurden und mit um sich greifenden Seuchen zu kämpfen haben, rief die Militärjunta jüngst zu Wahlen auf und lässt über ein umstrittenes Verfassungsreferendum abstimmen.
Stimme gegen Nahrung ?!
Unter welchen Bedingung die Wahlen abgehalten werden, ist unklar. Es gibt nur äußerst wenige ausländische Journalisten im Land, die Bericht über die Lage der Bevölkerung erstatten könnten.
In den meisten Landesteilen waren die Wahllokale geöffnet, nur in den am schwersten betroffenen Gebieten im Irawadi-Delta und Rangun wurde die Abstimmung um zwei Wochen verschoben.
Die Regierung hatte in einer landesweiten Kampagne dazu aufgerufen, bei dem Referendum mit “Ja” zu stimmen. Für Millionen Menschen in Birma war es die erste Wahl überhaupt; Wahlhelfer mussten den Menschen erklären, wie sie den Zettel ausfüllen.
Während die Regierung dafür wirbt, dass die neue Verfassung den Weg zu Wahlen in 2010 freimache, befürchten Kritiker, die seit 1962 regierende Junta werde ihre Kontrolle über das südostasiatische Land auf Jahre zementieren.
Die UNO hat jüngst erstmals vage Angaben über den Erfolg der Hilfslieferungen gemacht. Demnach sei erst rund ein Viertel der bis zu zwei Millionen notleidenden Menschen erreicht worden. Vor allem die schleichende Bürokratie der Militärjunta behindere das Vorankommen und Arbeiten der Helfer.
Nach Angaben des Welternährungsprogramms (WFP) wurden zwei weitere Flugzeuge mit Hilfsgütern von der Junta beschlagnahmt. Damit seien bisher vier dieser Flugzeuge von den Behörden des Landes aufgegriffen worden. Unter anderem steckte eine WFP-Nahrungsmittellieferung, die 95.000 Menschen retten könnte, am Flughafen von Rangun fest.
Am Samstag erreichte der erste UN-Hilfskonvoi Birma auf dem Landweg. Die Hilfsgüter seien über Thailand in das Land gelangt, teilte das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) in Genf mit.
Ein Mitarbeiter der Diakonie Katastrophenhilfe sagte, die Verteilung der Hilfsgüter durch das Militär sei sehr selektiv. “Man kann nicht davon ausgehen, dass die breite, hilfsbedürftige Bevölkerungsmasse auch ordentlich versorgt wird”.





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