Börsen-Zocker Kerviel genießt Vertrauen der Franzosen

Von Irina Heidkamp

Börsen Zocker Kerviel genießt Vertrauen der FranzosenJeder zweite Franzose würde, laut einer Umfrage, sein Vermögen Jérôme Kerviel anvertrauen. Der Aktienhändler wurde als schlimmster Börsen-Zocker Frankreichs bekannt, weil er Milliarden Euro der Großbank Société Générale verzockte. Die Bank musste in der Folge einen Rekordverlust von 4,9 Milliarden Euro verbuchen. Kerviel wurde entlassen. Niemand verspielte jemals so viel Geld an der Börse wie Kerviel.

Doch in einer Internetumfrage des konservativen “Figaro” erklärten 48 Prozent, sie würden Kerviel ihr Geld anvertrauen.

“Mit den Wilderern ist man am meisten auf der Hut”, erklärt einer der mehr als 5000 Teilnehmer. “Vergessen wir nicht, dass er vor dem schwindelerregenden Verlust Milliarden verdient hat”, vermerkt ein anderer. Und ein dritter konstatiert: “Das Geld ist zu wichtig, um es den Bankiers anzuvertrauen.”

Kerviel kann sich allerdings derzeit nicht um Finanzen kümmern. Gegen ihn wurde ein Verfahren wegen der Spekulationsverluste eingeleitet. Nur gegen Auflagen wurde er aus der zunächst anberaumten Untersuchungshaft entlassen, darf keine Handelsräume betreten und sich bestimment Experten nicht nähern.

Arbeitslosigkeit muss Kerviel dennoch nicht fürchten. Die Meldeauflagen wurden sogar gelockert, damit ihn ein Unternehmer als Informatikexperten einstellen konnte.

Artikel vom 29. April 2008

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