Bolivien droht Spaltung
Die Krise in Bolivien spitzt sich weiter zu. Der bolivianische Präsident Evo Morales gerät angesichts des Protestes in der reichen Provinz Santa Cruz zunehmen unter Druck den rohstoffreichen Gebieten weiter Zugeständnisse zu machen. Die könnte die Pläne des linksorientierten Präsidenten, die ärmeren Hochlandregionen des Landes mit Geldern der reichen Regionen zu sanieren, bald unmöglich machen.
Mit einem Votum für mehr Unabhängigkeit ist Boliviens reichste Provinz auf Konfrontationskurs zum linken Präsidenten Evo Morales gegangen. Nachwahlbefragungen zufolge sprachen sich die Bürger von Santa Cruz mit klarer Mehrheit dafür aus, dass ihre konservative Provinzregierung mehr Macht über die Öl- und Gasvorkommen sowie fruchtbares Ackerland bekommt.
Morales beharrt bislang noch darauf, dass das Referendum illegal sei und behauptete, die Hälfte der wahlberechtigten Personen hätte die Abstimmung boykottiert, bzw. mit „Nein“ gestimmt. Ungeachtet des Streits über die Rechtmäßigkeit des Referendums steigt der Druck auf den Präsidenten für Zugeständnisse gegenüber den reichen Provinzen, sollte sich die von einem Umfrageinstitut erhobene Zahl von 86 Prozent “Ja”-Stimmen bewahrheiten. Drei andere Provinzen im wohlhabenden Tiefland Boliviens haben bereits ähnliche Volksabstimmungen angekündigt.
Das Referendum droht die Spaltung des ärmsten lateinamerikanischen Landes weiter zu vertiefen. Die rohstoffreichen und wohlhabenden Tiefland-Provinzen im Osten streben mehr Autonomie vom armen, westlich gelegenen Hochland an, wo Morales die meisten Unterstützer hat.
Der Verbündete des venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez ist indianischer Abstammung und will für diese weitgehend verarmte Bevölkerungsmehrheit eine stärkere Teilhabe am Rohstoffreichtum des Landes. Der Mestizen-Mehrheit des Tieflandes ist Morales’ Verstaatlichungspolitik sowie die geplante Zerschlagung von Großgrundbesitz daher ein Dorn im Auge.





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