Brasilien – Schon wieder ein Fall Kampusch

Von Eleonore Matschge

Fast die Hälfte ihres jungen Lebens hat eine heute 19jährige Brasilianerin in der Hölle auf Erden verbracht. Als 10jährige wurde sie von dem Barbesitzer Raimundo Gomes De Silva in dessen Haus gelockt, dort zwei Jahre in Ketten gehalten und anschließend in einem Kellerverlies als Sexsklavin gehalten.

Mit 13 gebar sie ihr erstes Kind, das ihr Peiniger in einem Wasserkübel ertränkte. Ein Jahr später brachte sie ein Mädchen auf die Welt, das sie behalten durfte. Nach 9 Jahren Qualen, Erniedrigung und Pein konnte sich die 19jährige Brasilianerin nun selbst befreien, wie im Fall Kampusch eine Österreicherin.

Die junge Brasilianerin gab an, entführt und neun Jahre in einem Keller gefangen gehalten worden zu sein. Ihre fünfjährige Tochter hatte sie ebenfalls bei sich.

Als der 61-jährige Peiniger kürzlich nach einer Schlägerei verletzt war, konnte die 19jährige flüchten, versteckte sich eine Woche und ging dann zur Polizei.

Ihr Peiniger floh ebenfalls, konnte aber in einem Autobus nach Sao Paulo festgenommen werden. Ihm werden zudem zwei Morde zur Last gelegt - auch jener an der Mutter seines Opfers, die kurz nach der Entführung erstochen worden war.

Polizeisprecher Dilamar Castro zufolge könnte die Frau gewusst haben, wo ihre Tochter war und gegen Geld geschwiegen haben. Die 19-Jährige und ihre Tochter sind in sicherem Gewahrsam, Beamtinnen versuchen, sie - wie im Fall Kampusch- auf ein Leben in Freiheit vorzubereiten.

DCRS ONLINE meint: Was für ein unfassbares Verbrechen.

Artikel vom 19. Februar 2008

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