Braunbären sterben in den Alpen wieder aus

Von Bianca Wollert

BraunbärIm Frühjahr und Sommer der zurückliegenden Jahre sorgten stets freilebende Bären in Österreich, der Schweiz und Deutschland für Schlagzeilen. Der Braunbär Bruno musste gar sein Ende durch die Kugel eines Jägers finden, weil er sich so gar nicht in die moderne Zivilisation eingliedern wollte.

Schafbesitzer und Bären-Gegener können sich nun aber freuen. Tierschützer laufen Sturm. Der Bär ist in den deutschsprachigen Alpenregionen weiter auf dem Rückzug. Von den 35 seit 1989 in den nördlichen Kalkalpen gesichteten Bären haben gerade einmal vier überlebt.

Die Bestand des Bären in deutschsprachigen Alpenregionen ist daher also stark gefährdet.

So mancher wird das als Bestätigung für die These sehen, dass der Alpenraum einfach zu dicht besiedelt ist, um einen angemessenen Lebensraum für die riesigen Raubtiere zu bieten.

Tierschützer hingegen fordern massiv verschärfte Schutzmasnahmen und einen aktiven Eingriff in die Ansiedlung von Braunbären. Angeblich hätte allein die österreichische Alpenregion Platz für rund 500 Exemplare. Für eine überlebensfähige Population werden 100 Tiere veranschlagt.

Grund für den starken Rückgang von Meister Petz in den Alpen ist, laut WWF-Experte Christoph Walder, der illegale Abschuss.

Nach der europäischen Fauna-Flora-Habitatrichtlinie habe Österreich die Pflicht, für seine bedrohten Arten einen “günstigen Erhaltungszustand” sicherzustellen, betonten die Experten.

Neben der besseren Überwachung der verbliebenen Bären durch eine Ausstattung mit Sendern müsse auch die Informations- und Aufklärungsarbeit verstärkt werden. Diese Maßnahmen dürften aber nicht ausreichen, um die Bären vor dem Aussterben zu bewahren:

“Österreich muss dringend über eine aktive Bestandesstützung für die Bären nachdenken. Aus eigener Kraft wird sich unsere Bärenpopulation wohl nicht mehr erholen.”

Bärengegner werden hier vor allem die hohen Kosten als Argument gegen den Bären ansetzen und darauf hoffen, dass die Aktionen der Tierschützer, wie in der Vergangenheit auch, im Sand verlaufen.

DCRS ONLINE meint: Der Fall Bruno hat deutlich gezeigt, dass die moderne Zivilisation, trotz aller Tierliebe, dem Bären eigentlich keinen Platz machen will.

Artikel vom 23. Januar 2008

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