“Bruno” ist zurück - Wieder ein Bär in deutschsprachigem Gebiet

Von Irina Heidkamp

Am 26. Juni 2006 starb der so genannte „Problembär“ Bruno in den Bergen des Landkreises Miesbach in Oberbayern durch eine Gewehrkugel. Die Meldung über den Abschuss erregt noch heute die Gemüter. Nun hat sich erneut ein Bär in deutschsprachige Gebiete vorgewagt. Am Sonntag den 03. Juni wurde aktuell im schweizerischen Zernez wieder ein Bär gesichtet. Mehrere Personen konnten den gewaltigen „Meister Betz“ in der Nähe des schweizerischen Nationalparks erspähen. Es handelt sich wohl nicht, wie erwartet, um ein Jungtier, dass sich ein neues Revier sucht, sondern um ein etwas älteres Exemplar von mindestens zwei Jahren.
Bereits vor zwei Jahren war einmal ein Bär in schweizerisches Gebiet gekommen, zum ersten Mal seit 1923. Die Schweizer reagierten unvorbereitet auf den Gast, der durchaus auch Menschennähe suchte, aber nach kurzer Zeit, im Herbst 2005, wieder verschwand.

Diesmal ist man besser vorbereitet und hat mit Almwirtschaft und Bauern bereits Maßnahmen zum Schutz der Nutztiere besprochen. Es scheint jedoch, dass es sich hier um ein scheueres Exemplar handelt, da der Bär, laut Wildhüter Angaben, das Weite sucht, sobald er die Menschen wahrnimmt.
Georg Brosi, Vorsteher der Amts für Jagd – und Fischerei erzählt: „Der Bär ist jedenfalls vor den Leuten geflohen, sobald er sie bemerkt hat.”

Höchstwahrscheinlich kommt der Bär aus dem italienischen Trentino. Dort werden in einem Reservoir wild lebende Bären wieder angesiedelt. Von dort stammte auch „Bruno“. Man will nun Kot und Haare des Bären sammeln, um auf Grund des genetischen Materials festzustellen, ob es sich tatsächlich um ein Tier aus der Familie von „Bruno“, vielleicht sogar um ein Geschwisterteil, handelt.

DCRS meint: Wir werden verfolgen, ob der Bär auch einen Abstecher nach Deutschland machen wird und, ob Herr Schnappauf dann auch wieder artig „Herzlich Willkommen“ sagt!

Artikel vom 4. Juni 2007

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