Bundestagsvizepräsidentin warnt vor Eskalation nach Kinderschänder-Skandal im Dorf Eschenau

Von Jette Petersen

Der Täter Alfred G. in einer Prozesspause auf dem Weg zum Mittagessen (Foto: Timm Schamberger / ddp)Vor einer weiteren Eskalation in dem von Missbrauchsfällen erschütterten fränkischen Dorf Eschenau, hat Bundestagsvizepräsidentin Susanne Kastner (SPD) gewarnt. In einem offenen Brief forderte sie die durch Missbrauchsvorwürfe verunsicherten Einwohner auf, die Opfer und deren Familien nicht zu diffamieren und auszugrenzen. “Gleiches gilt für die Angehörigen der Täter”, schrieb Kastner, zu deren Wahlkreis Eschenau gehört.

Las Landgericht Bamberg hatte am 10. Oktober einem 60jährigen Kaufmann aus Eschenau wegen Kindesmissbrauchs und versuchter Vergewaltigung in jeweils zwei Fällen zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt, nachdem diesem der Missbrauch von drei Kindern zur Last gelegt worden war. Ein weiterer Verdächtiger hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe
Selbstmord begangen.

In der vergangenen Woche hatte ein Münchner Anwalt die Anzeigen von zwei Hauptzeuginnen als erlogen dargestellt. Laut Staatsanwaltschaft Bamberg soll er die Eschenauer in einer Versammlung aufgefordert haben, die Opfer und ihre Familien aus dem
Ort zu jagen.

“…Es ist an der Zeit, dass wir uns alle eingestehen, dass in der Vergangenheit in unserer Mitte schreckliche Dinge geschehen sind…”, schrieb Kastner.

Das Gericht habe mit der Verurteilung des 60jährigen ein Urteil gefällt und die Erkenntnisse daraus müsse man akzeptieren.

Auch die Frau des verurteilten Mannes äußerte sich nun in einer Zeitung und bestritt, mehrfach von Einwohnern auf das jahrzehntelange Treiben ihres Mannes aufmerksam gemacht worden zu sein.

Artikel vom 22. Oktober 2007

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