Chávez treibt Verstaatlichung weiter voran
Im Zuge seiner Verstaatlichungspläne hat der Staatschef von Venezuela, Huge Chávez, nun einen der wichtigsten Stahlproduzenten des Landes, Ternium Sidor, verstaatlicht.
Bei der Unterzeichnung des entsprechenden Verstaatlichungsgesetzes erklärte Chávez vor Hunderten von Arbeitern am Firmenhauptsitz unweit von Puerto Ordaz im südlichen Bundesstaat Bolívar, das bisher vom argentinisch-italienischen Konzern Techint kontrollierte Unternehmen sei nun sozialistisch und gehöre dem Volk.
Die ehemaligen Eigentümer des Stahlkonzern sollen entschädigt werden, wurde amtlich mitgeteilt. Wie hoch die Entschädigung allerdings ausfallen werde und ob diese dem Marktwert des Unternehmens entspricht, ist fraglich.
Die Eigentümer hatten vier Mrd. US-Dollar gefordert. Der Staatschef wollte nur 800 Mio. US-Dollar zahlen. Das sei der geschätzte Wert des Unternehmens, versicherte die Regierung. Die Firma beschäftigt fast 12.000 Menschen und produzierte im Jahr 2006 4,3 Mio. Tonnen Flüssigstahl.
Das Gesetz zur Nationalisierung von Sidor setze einer zehnjährigen neoliberalen Firmenverwaltung ein Ende, sagte Chávez. Das frühere Staatsunternehmen war 1998 privatisiert worden. Der Verstaatlichungsprozess werde am 30. Juni abgeschlossen sein, betonte Chávez.
Als neuer Firmenchef fungiert der Minister für Basisindustrie, Rodolfo Sanz. Mit den Arbeitern wurden laut Chávez Arbeitsverträge zu “den besten Bedingungen in der Geschichte von Sidor und der venezolanischen Arbeiterklasse” unterzeichnet. Nach einem mehr als einjährigen Tarifstreit, war die Verstaatlichung schließlich Ende März verkünfet worden. Sidor werde künftig weniger exportieren und die Stahlversorgung der heimischen Wirtschaft optimieren, so Chávez.
Chávez hatte in diesem Jahr bereits die Übernahme der Zementindustrie durch den Staat bekanntgegeben. Im vergangenen Jahr waren bereits die Telefongesellschaft CANTV, die Stromfirma Electricidad de Caracas sowie Teile der Schwerölindustrie im Orinoco- Delta verstaatlicht worden.





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