Citigroup Chef will Konzern radikal verschlanken

Von Louis Richter

Citigroup Chef will Konzern radikal verschlankenVikram Pandit, neuer Chef der Citigroup, hat jetzt der Krise den Kampf angesagt. Er will die ehemals weltgrößte Bank mit einem radikalen Sparkurs wieder in die Liste der Gewinner führen. “Es ist eindeutig machbar, 10, 15, 20 Prozent unserer Kosten zu sparen, vor allem bei Informationstechnologie und in der Verwaltung”, sagte Pandit der “Financial Times Deutschland”. Hierzu wolle er einen deutlichen Teil der 370000 Arbeisverhältnisse auflösen und Randgeschäfte abstoßen.

“Alles, was nach einem Konglomerat aussieht, wird verschwinden. Wir werden uns von allen Hobbys verabschieden und uns auf unsere Kernkompetenzen konzentrieren”, so Pandit.

Allerdings sollte die Citigroup weiterhin eine Bank für Privat- und Geschäftskunden sein und auch im Investmentbanking weiterhin ihre Tätigkeit fortführen. Nach Informationen der “FTD” sondiert der Konzern auch eine mögliche Neuordnung seiner deutschen Tochter.

Die Ankündigungen Pandits umreißen seine Gegenstrategie für die tief sitzende Konzernkrise. Die einst nach Börsenwert größte Bank der Welt hat vor allem durch Fehlinvestitionen in den US-Hypothekenmarkt Milliarden verloren - und ist in der Rangliste der Börsenwerte mit 123 Milliarden Dollar auf Platz zehn abgerutscht.

Die Bank legt heute ihre Zahlen für das erste Quartal vor, Beobachter rechnen mit einem hohen Verlust.

Analysten halten laut “FTD” bei der Citigroup rund 25.000 Arbeitsplätze für überflüssig. Allein in seiner IT-Abteilung beschäftigt der Konzern 23.000 Entwickler - und damit genauso viele wie große Softwarekonzerne. Insgesamt hatte Citigroup den Angaben zufolge 2007 operative Kosten von 61,5 Milliarden Dollar.

Artikel vom 18. April 2008

Hinterlasse eine Antwort