Clinton unterstützt Obama – zumindest offiziell

Von Andre Bergmann

Clinton unterstützt Obama – zumindest offiziell  FotoAuf dem Parteitag der US-Demokraten hat US-Senatorin Hillary Clinton mit einer leidenschaftlichen Rede ihre Anhänger zur Unterstützung von Barack Obama aufgerufen. Sie selbst wolle ihren ehemaligen Konkurrenten als „stolze Unterstützerin“ in den Wahlkampf gegen John McCain begleiten.

“Es ist Zeit für uns, unser Land, das wir lieben, wieder zurückzuerobern, egal ob ihr für mich gestimmt habt oder für Barack”, betonte Clinton auf dem Parteitag in Denver im US-Bundesstaat Colorado. “Es ist Zeit, einig zu sein als eine Partei mit einem Anliegen und als ein Team”, sagte Clinton.

Der zweite Tag der Convention war bestimmt von scharfen Angriffen demokratischer Spitzenpolitiker auf den republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain.

Trotz der vorgeführten Geschlossenheit in der Partei, müssen sich die Demokraten weiter um ihre Anhänger sorgen. Immer noch sind viele enttäuscht, dass nicht Hillary Präsidentschaftskandidaten der Demokraten geworden ist und wollen Barack Obama die Stimme verweigern.

Auch nach der Rede Clintons zeigte das US-Fernsehen weinende Clinton-Anhängerinnen, die ihre Bitterkeit nicht verbargen. “Sie hat heute wieder gezeigt, welch eine große Präsidentin sie geworden wäre”, sagte eine in Tränen aufgelöste Delegierte dem Sender CNN.

Der Abgeordnete Dennis Kucinich riss mit einer kämpferischen Rede die rund 5000 Delegierten in der Sporthalle mit. Seit dem Amtsantritt Bushs hätten die Ölkonzerne, die Kriegsindustrie und die Neokonservativen die Macht in Washington übernommen. Millionen Amerikaner hätten ihre Arbeitsplätze verloren, ihre Häuser und ihre Krankenversicherung. “Amerika, wach auf!”, rief Kucinich den begeisterten Delegierten zu.

Für den Mittwoch war die Abstimmung über die Nominierung des Präsidentschaftskandidaten vorgesehen. Auch die Clinton-Anhänger sollen ihre Stimme abgeben, die aber dann vermutlich symbolisch Obama übergeben werden sollen. Über den genauen Ablauf der Wahl gab es bis zuletzt Unklarheiten. Hauptredner sollen am Mittwoch Ex-Präsident Bill Clinton und Joe Biden sein. Am Donnerstagabend will Obama dann im Football-Stadion von Denver vor über 75.000 Menschen die Nominierung seiner Partei offiziell annehmen.

Artikel vom 27. August 2008

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