Commerzbank im Ringen um Dresdner Bank von Chinesen abgeschlagen ?

Von Andre Bergmann

Commerzbank im Ringen um Dresdner Bank von Chinesen abgeschlagen ?  FotoIm Ringen um eine Übernahme der Allianz-Tochter Dresdner Bank hat die Commerzbank scharf Konkurrenz erhalten. Die Allianz-Tochter China Development Bank, CDB, Chinesische Staatsbank, interessiert sich nun auch für die Dresdner Bank, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet.

Offenbar bieten die Chinesen zudem einen deutlich höheren Preis als die Commerzbank, sie schon seit mehreren Monaten in Verhandlungen mit derAllianz steht.

Analysten schätzten den Wert auf der Dresdner Bank auf 8,0 bis 9,0 Mrd. Euro.

Zudem sei die CDB bereit, den Kaufpreis komplett in bar zu bezahlen, heißt es weiter. Die Allianz würde Minderheitsaktionär bleiben. Im Falle eines Verkaufs an die Commerzbank hingegen würde diese voraussichtlich zumindest teilweise in eigenen Aktien bezahlen.

Verlockend sei ein Verkauf an die Chinesen für die Allianz auch, weil sich damit attraktive Vertriebsmöglichkeiten in dem wichtigen Wachstumsmarkt knüpfen könnten und die Dresdner zum Brückenkopf für alle Bankgeschäfte mit China würde.

Allerdings könnte die Politik der Allianz hier noch einen Strich durch die Rechnung machen. Der Einkauf chinesischer Staatsunternehmen in die deutsche Wirtschaft dürfte nicht überall auf Zustimmung treffen. Die CDB ist die größte der drei staatlichen Entwicklungsbanken der Volksrepublik China.

Umgekehrt könnte die Belegschaft bei einem Zuschlag an die CDB aber sehr viel glimpflicher davonkommen. Wenn die Dresdner Bank an die Commerzbank gehe, drohe möglicherweise der Abbau von mehr als 10.000 Stellen, heißt es. Arbeitsplatzverluste seien vor allem in den Frankfurter Zentralen beider Geldhäuser zu erwarten. Die hochdefizitäre Kapitalmarktsparte Dresdner Kleinwort würde von der Commerzbank zudem stark zurück gestutzt oder ganz abgewickelt.

Am kommenden Wochenende wollen dem Vernehmen nach die Aufsichtsräte von Commerzbank und Allianz, der Muttergesellschaft der Dresdner Bank, tagen.

Artikel vom 27. August 2008

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