Commerzbank verteidigt Preis für Dresdner Bank

Von Jette Petersen

Commerzbank verteidigt Preis für Dresdner Bank FotoDer Kaufpreis für die Übernahme der Dresdner Bank sei “nicht billig, aber fair”, sagte Commerzbank-Chef Martin Blessing dem Magazin “Der Spiegel” und verteidigte damit die Übernahme der Dresdner Bank.

Der Kaufpreis für das Bankhaus werde in großen Teilen mit eigenen Aktien bezahlt. Dabei werden Synergien über fünf Milliarden Euro realisiert. In zwei Schritten wird damit ein Kaufpreis von insgesamt 9,8 Milliarden Euro bezahlt. Jüngst kritisierten Analysten diesen Kaufpreis als überteuert.

Zudem haben zahlreiche Mitarbeiterverbände massive Proteste gegen den geplanten Stellenabbau von 9000 der insgesamt 67000 Stellen angekündigt.

Die Commerzbank betrachtet das Geschäft mit der Allianz dennoch positiv und will den Sparkassen und Volksbanken möglichst bald in großem Umfang Mittelstandskunden abwerben.

Deutschlands zweitgrößte Bank kündigte zudem an, schon von Montag an mit einer neuen Fondstochter passive Indexanlageprodukte zu vertreiben. Das Geschäft mit aktiv verwalteten Fonds bei der Tochter Cominvest gibt die Commerzbank dagegen im Rahmen der Dresdner-Übernahme an den Versicherungskonzern Allianz ab.

Von Montag an will die Commerzbank über eine neue Tochter zudem 27 neue Indexfonds unter dem Markennamen “ComStage” anbieten, wie die Bank mitteilte. Die Indexfonds, sogenannte Exchange Traded Fonds (ETFs), sollen zu geringen Kosten die Wertentwicklung von Indizes wie dem deutschen Leitindex DAX oder dem US-Börsenbarometer Dow passiv nachbilden.

Damit greift die Bank unter anderem die Deutsche Bank und die zur Sparkassen-Finanzgruppe Deka Bank an, die ähnliche Produkte bereits gestartet haben. In der Branche war unabhängig vom Verkauf der Cominvest seit Monaten gemutmaßt worden, dass die Commerzbank ebenfalls in diesen Markt einsteigt. Europaweit werden laut Studien mehr als 100 Milliarden Euro von solchen Fonds verwaltet.

Zu einem angeblichen Interesse aus China an der Dresdner Bank sagte Commerzbank-Chef Blessing dem “Spiegel”: “Wenn es einen Poker um den Kaufpreis gegeben hätte, hätten wir zum Beispiel gegen eine Bank, hinter der der chinesische Staat steht, natürlich keine Chance gehabt.”

Artikel vom 7. September 2008

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