Conti will Schaeffler mit Schuldenberg abschrecken

Von Christian Dieter Matuschek

Conti will Schaeffler mit Schuldenberg abschrecken Foto

Der Kampf um die Übernahme des Autozulieferer Continental durch die Schaeffler-Gruppe ist noch nicht ausgestanden. Jetzt will Conti versuchen der Schaeffler-Gruppe die Übernahme madig zu machen, in dem der Schuldenberg des Autozulieferers aufgestockt wird.

Conti will für rund 3 Milliarden Euro einen kleineren Konkurrenten schlucken, wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf gut unterrichtet Kreise berichtet.

Dies würde den Schuldenberg des hannoverschen Unternehmens weiter erhöhen, so dass Conti für Schaeffler unattraktiver würde, schreibt die Zeitung. Die “Financial Times” will dagegen wissen, dass Conti eine etwaige Übernahme wohl durch eine Kapitalerhöhung finanzieren würde. Das hätte für Conti den Vorteil, dass sich der bereits erworbene Anteil von Schaeffler wieder verwässern würde.

Derzeit hält Schaeffler acht Prozent an Continental und will sich über Derivatgeschäfte weitere 28 Prozent beschaffen.. Damit hätte Schaeffler auf einer Hauptversammlung eine faktische Mehrheit.

Fraglich sei, ob der Conti-Aufsichtsrat einem solchen Schachzug zustimmt. Ein Continental-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern.

Zu den möglichen Investoren, mit denen Conti derzeit spricht, zählt nach einem Bericht des “Handelsblatt” auch ein ehemaliger Angreifer: Die Beteiligungsgesellschaft Bain Capital habe dem Autozulieferer 2006 vergeblich ein milliardenschweres Übernahmeangebot gemacht, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Bankenkreise.

Die Schaeffler-Gruppe hält derzeit rund acht Prozent der Conti-Aktien. Daneben hatte sich der Konzern über sogenannte Swap-Geschäfte den Zugriff auf weitere 28 Prozent der Papiere gesichert und damit börsliche Meldepflichten umgangen. Den Anteilseignern von Conti bietet der fränkische Wälzlagerhersteller 70,12 Euro je Aktie in bar. Conti lehnt das Angebot als zu niedrig ab.

Artikel vom 10. August 2008

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