Countrywide wegen Hypotheken vor Gericht

Von Stefan Marx

Countrywide wegen Hypotheken vor GerichtAuf dem Finanzmarkt gilt Countrywide Financial in den USA als größter Baufinanzierer. Jetzt muss sich der Finanzkonzern vor Gericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen betrügerische Hypotheken gewährt zu haben.

Ein entsprechende Zivilklage wurde am Mittwoch von Behördenvertreter der US-Bundesstaaten Kalifornien und Illinois eingereicht. Demnach soll Countrywide Hausbesitzer dabei unterstützt haben, riskante Hypotheken in Anspruch zu nehmen, obwohl unklar war, ob sie diese zurückzahlen könnten.

“Countrywide hat den Amerikanischen Traum eines eigenen Hauses ausgenützt und die Hypotheken dann mit riesigen Gewinnen weiterverkauft”, teilte der kalifornische Generalstaatsanwalt Jerry Brown mit. Mit der Klage solle nun den Kaliforniern Erleichterung verschafft werden, die durch Countrywides betrügerisches System ausgebeutet worden seien. Angeklagt sind unter anderem Countrywide-CEO Angelo Mozilo und Präsident David Sambol.

Der US-Baufinanzierer wird eng mit dem US-Häuserboom assoziiert, als Niedrigzins-Hypotheken scheinbar wahllos verteilt wurden. Ebenso eng ist der Name Countrywide jedoch mit dem darauffolgenden Kollaps des Marktes verbunden: Viele weniger betuchte Hypothekennehmer verloren ihre Häuser, weil sie gestiegene Zinssätze nicht mehr bezahlen konnten. Die Bank of America ist derzeit dabei, Countrywide zu übernehmen.

Artikel vom 26. Juni 2008

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