Das Geschäft mit der Angst

Ein Kommentar von Helga Wolf

Das Geschäft mit der AngstDass die Schulmedizin zusammen mit der Pharmaindustrie gerne Panik schürt, um Patientinnen und Patienten einzureden, die einzige Hoffnung auf Heilung läge bei ihnen, wissen wir vermutlich alle. Auch dass Statistiken gerne geschönt werden, um genau dies zu unterstützen, ist nicht unbekannt. Oder naturheilkundliche Heilweisen oftmals als nichtsnutzig hingestellt oder lauwarme Verbindungen mit eben diesen eingegangen werden, damit dem immer größer werdenden Interesse an sanften Heilmethoden in der Bevölkerung Genüge getan wird. Die Krankenkassen übernehmen, wenn auch zäh und nur in einzelnen Fällen die Kosten dafür.

Bemerkenswert find ich, wie als kleines Beispiel folgende Statistiken erstellt werden:

Alle ehemals Krebskranken werden nach 5 Jahren als geheilt in die Statistiken übernommen, selbst wenn sie später wieder an Krebs erkranken oder sogar sterben, andere Gruppen werden erst gar nicht mitgezählt. Andererseits werden Kranke, die an einem leicht zu heilenden Krebs leiden, bevorzugt aufgenommen. Solche, die zu früh versterben, werden ganz aus den Studien gestrichen.

300 Milliarden Dollar Umsatz werden jedes Jahr mit Krebskranken gemacht.

Damit will ich nicht behaupten, dass das Naturheilverfahren das einzig Wahre ist, das muss jede/r für sich selber wissen. Es sind schwere Entscheidungen und dies in einem Moment, in dem wir sowieso krank und schwach sind und unsere ganze Hoffnung in unseren - hoffentlich - richtigen Entschluss setzen müssen. Und natürlich will auch mit Naturmitteln und -heilverfahren Geld verdient werden. Was mich aber stutzig macht, ist die Tatsache, dass die Schulmedizin, die es mittlerweile wirklich besser wissen sollte, nach wie vor lediglich Krankheiten, die ja bekanntermaßen auch seelische Hintergründe haben, mit Chemie “bekämpft!” (befinden wir uns im Krieg? Wenn ja, ist der Feind dann die Krankheit, sprich der Körper, also wir?) anstatt sich ganzheitlich zu kümmern. Ansätze und Ausnahmen mögen da sein, aber bei weitem nicht genug. Ist kein Interesse an selbstbewussten PatientInnen vorhanden?

Vor ein paar Wochen hab ich einen Bericht online gelesen: “Der unbemerkte Tod der Naturmedizin” von pr-inside.com. Ich zitiere daraus:

Seit einigen Jahren gibt es einen Schulterschluss von Medizinern, mächtigen Pharmafirmen und Politikern gegen die Naturheilkunde. Aufgrund von schwierigen und sehr teuren Nachzulassungsverfahren für naturheilkundliche Produkte, wird die Naturmedizin und mit ihr der Stand der Heilpraktiker langsam aber wirksam abgeschafft.

In den letzten zwanzig Jahren sind über 90 Prozent aller naturheilkundlichen Arzneimittel vom Markt genommen worden. Grund dafür sind die so genannten Nachzulassungsverfahren, ein wissenschaftliches Bewertungsverfahren, die der Gesetzgeber seit geraumer Zeit verlangt. Der leidtragende Patient bekommt über die politische Entwicklung nichts mit oder nur sehr wenig Information. Die Auswirkungen bekommt er jedoch im ganzen Maße zu spüren.”

Wundert uns das noch wirklich?

Seltsam ist die Tatsache, dass nach der Diagnosestellung vor allem bei schwereren Krankheiten - die oft alleine Wochen dauert und in denen angstvolle PatientInnen im Kreisverfahren von Hausarzt zu Fachärzten und danach ins Krankenhaus geschoben werden - wohl kaum eine/r von Ärzten gefragt wird, ob eine schulmedizinische oder lieber eine sanftere Methode bevorzugt bzw. hier auch seltenst eine Alternative aufgezeigt wird.

Ärztlicherseits werden sogleich Schlachtpläne und Strategien entwickelt und als einzige Möglichkeit dargelegt. Diejenigen, die es eigentlich betrifft, wird die Entscheidung einfach aus den Händen genommen. Sollten sie es wagen aufzumucken, wird ihnen vorgehalten, dass sie bei Nichtbefolgen ihrer RatSchläge mit ernsten Konsequenzen zu rechnen hätten. Da wird es mehr als nur schwierig, sich zu behaupten und nicht verrückt machen zu lassen. Ich hab es selber erlebt bei harmloseren Krankheitsfällen, dass Ärzte mit beleidigten oder arroganten Sprüchen kamen, als ich Protest anmeldete. Der allmächtige Doktorvater, der Widerspruch nicht duldet, scheint immer noch zu leben. Macht ist über die Jahrhunderte eben sehr widerstandsfähig.

Letzthin war ich anlässlich eines Besuches in einem mir von früher bekannten Krankenhaus und war erstaunt, wie sehr es sich verändert und ausgebreitet hatte. Ein dunkelgraues riesiges supermodernes Schachtelmonster, in dem alle, die nicht dort arbeiten, sich zwangsläufig verirren müssen. Der Vergleich mit einer Fabrik und Massenabfertigung war so augenfällig, dass ich mir sofort die Frage stellte, wie hier überhaupt Gesundung - vor allem unter den genannten Voraussetzungen insgesamt - stattfinden kann.

Massenscreenings, Impfungen gegen Gebärmutterhalskrebs, Hormontherapien… alles Verfahren, deren Wirksamkeit von anderer Seite bereits in Frage gestellt oder sogar als gefährlich eingestuft worden ist und trotzdem werden sie durchgezogen.

Wie heißt es so schön? Wer gesund ist, wurde nur noch nicht richtig untersucht.

Insgesamt eine riesige Maschinerie, angefangen von der Pharmaindustrie bis hin zum Krankenhausbett, bei der es nur um eines geht: Um Macht und Geld.

Artikel vom 17. Juni 2008

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