Der Bär geht um - 14 tote Schafe

Von Irina Heidkamp

Nun ist es auch in der Schweiz soweit. Die eingewanderten Bären, insgesamt momentan zwei Stück, haben enormen Schaden angerichtet. Bislang hatten sie sich von Nutztieren der Zivilisation weitestgehend ferngehalten und nur ab und zu einen Bienenstock geplündert. In den vergangenen Tagen wurden jedoch insgesamt 14 Schafe gerissen.

Zehn Schafe wurden vergangene Woche im S-Charltal im Engadin gerissen. Zunächst war die Todesursache der Schafe nicht klar. Untersuchungen zeigten jedoch eindeutig, dass die Schafe von einem Bären gerissen worden sind. Man geht davon aus, dass es sich bei dem gefräßigen Tier um JJ3, den Bruder von Problembär Bruno und Lumpaz handelt, der in der Gegend im vergangenen Monat mehrmals gesichtet worden war und auf Grund von DNA-Spuren identifiziert werden konnte.

Vier weitere Schafe wurden auf dem Engadiner Flüelapass in der Nacht zum Dienstag gerissen. Hier wurde ebenfalls eindeutig festgestellt, dass das Unglück auf einen Bären zurück zu führen ist. Dieser attackierte drei Schafe, ein weiteres stürzte auf der Flucht über einen Abhang und starb an seinen Verletzungen. Allerdings konnten bei diesem Übergriff keine DNA-Spuren sicher gestellt werden.

Noch sind die Bären in der Schweiz willkommen, doch die Stimmung ist nicht mehr all zu freudig. Als Schutzmaßnahmen rät man Nutztierhaltern, Hütehunde einzusetzen und Bienenstöcke mit einem Elektrozaun zu sichern. Doch wie die Vergangenheit bereits zeigte, lässt sich so mancher Bär auch hiervon nicht abschrecken.

Der eidgenössische Jagdinspektor Schnidrig erklärte, dass es sich bei diesen beiden Bären „noch nicht um Problembären, im Sinne des vom Bund vor Jahresfrist verabschiedeten Bärenkonzepts der Schweiz“ handle. Es sei vor allem wichtig, dass sich die Bären von dem Menschen fern hielten. Solange Menschen nicht gefährdet, bedroht oder gar angegriffen und getötet worden sind, kommt ein Abschuss nicht in Frage.

DCRS meint: Muss denn erst etwas passieren, damit gehandelt wird?! Die neuerlichen Vorfälle bestätigen jedenfalls, dass ein Zusammenleben zwischen Bär und Mensch nicht reibungslos abläuft.

Artikel vom 5. Juli 2007

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