Deutsche Börse profitiert erneut von Krise

Von Andre Bergmann

Deutsche Börse profitiert erneut von KriseDie Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten produzieren nicht nur Verlierer. Die Deutsche Börse profitierte jüngst erneut von den Schwankungen und meldet ein neues Rekordquartal. Auch die Erstkonsolidierung der von der Deutschen Börse übernommenen US-Optionsbörse ISE machte sich positiv bemerkbar.

So konnte die Frankfurter Börse in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres nach Angaben vom Dienstag ihren operativen Gewinn, EBITA, um satte 42 Prozent auf 425,8 Millionen Euro steigern. Das Ergebnis übertrifft die Schätzungen von Experten.

“Die rege Handelstätigkeit an den Kassa- und Terminmärkten der Deutschen Börse sowie die gute Geschäftsentwicklung bei Clearstream haben uns diesen neuen Quartalsrekord ermöglicht”, sagte Finanzvorstand Thomas Eichelmann.

Den Umsatz steigerte die Deutsche Börse um 19 Prozent auf 644,5 Mio. Euro. Dazu trug die erstmals voll bilanzierte US-Optionsbörse ISE 59,6 Mio. Euro bei. Organisch lag das Wachstum bei acht Prozent. Der Nettogewinn kletterte auf 304,2 (Vorjahr: 192,3) Mio. Euro.

Damit sieht sich die Börse auch für das Gesamtjahr weiter auf Rekordkurs. “Auf Basis der guten Geschäftsentwicklung im ersten Quartal, struktureller Wachstumschancen über unser gesamtes Geschäftsportfolio, der erhöhten Volatilität an den internationalen Märkten und unserer strikten Kostendisziplin gehen wir von weiterem Ertragswachstum in 2008 aus”, sagte Eichelmann.

Vor allem die Terminmarkt-Tochter Eurex brachte dem Konzern in den ersten drei Monaten einen großen Umsatzbeitrag. Die Erlöse wuchsen um ganze 52 Prozent auf 271,5 Millionen Euro. Dies ist mit unter auf den Boom an den weltweiten Derivatemärkten und der ISE zurück zu führen.

Der Abwicklungsdienstleister Clearstream setzte mit 253,2 Mio. Euro rund neun Prozent mehr um. Die für die Abwicklung und Abrechnung des Wertpapierhandels zuständige Luxemburger Gesellschaft baute den operativen Gewinn um 32 Prozent aus.

Wegen der Börsenturbulenzen wuchsen die Umsatzerlöse mit dem Handelssystem Xetra um vier Prozent auf 115,7 Mio. Euro. Dabei seien die Handelsaktivitäten von Privatanlegern allerdings zurückgegangen. Insgesamt schwächte sich der Handel im Lauf des Quartals stark ab. Dies und die Sorge vor zunehmendem Wettbewerb durch alternative Handelsplattformen hatte die Aktie der Börse in den vergangenen Wochen unter Druck gesetzt. Seit Jahresbeginn haben die Papiere 24 Prozent verloren, gehörten allerdings 2007 mit einem Plus von fast 95 Prozent zu den Überfliegern im Dax.

Artikel vom 7. Mai 2008

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