Deutsche Ehen halten wieder länger

Von Louis Richter

Deutsche Ehen halten wieder länger  FotoOffenbar schweißen schlechte Zeiten durchaus zusammen. Die Durchschnittsdauer einer deutschen Ehe hat sich wieder gesteigert und liegt nun bei 14 Jahren. Geheiratet wird allerdings immer noch ganz klassisch mit dem Versprechen für immer zusammen zu bleiben.

Im vergangenen Jahr dauerte die durchschnittliche Ehe nur 13,9 Jahre. 1990 wurde die Scheidung schon nach 11,5 Jahren eingereicht, 2006 noch nach 13,7 Jahren. Seit drei Jahren sinkt auch die absolute Zahl der Scheidungen - 2007 erneut um zwei Prozent auf 187 100.

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden erklärt die Veränderung mit der geringeren Zahl an geschlossenen Ehen, da es sich bei dem Wert allerdings um eine Durchschnitt handelt, ist die Anzahl der geschlossenen Ehen zweitrangig.

Der Grund ist simpel: Es werden auch immer weniger Ehen geschlossen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden berichtete.

Von 1992 bis 2003 war die Zahl der Ehescheidungen von 135 000 auf 214 000 angestiegen, seit 2004 registrieren die Statistiker einen Rückgang. Parallel dazu sinkt die Zahl neu geschlossenen Ehen. In den vergangenen 15 Jahren ging sie um mehr als 20 Prozent zurück.

Scheidungen werden immer häufiger gemeinsam eingereicht. 2007 wurde der Antrag in 55,1 Prozent der Fälle von der Frau gestellt - 3,3 Prozent weniger als 2006. Bei 36,3 Prozent wollte der Mann die Ehe beenden - 1,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In den übrigen Fällen beantragten beide Ehegatten gemeinsam die Scheidung.

Minderjährige Kinder sind bei Scheidungen seltener im Spiel: Von den 2007 geschiedenen Ehepaaren hatten knapp die Hälfte Kinder unter 18 Jahren. Gegenüber 2006 nahm die Zahl der Scheidungskinder im Vorjahr um 2,5 Prozent ab. Die Zahl der betroffenen minderjährigen Kinder ist seit 2003 rückläufig.

Artikel vom 29. August 2008

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