Deutsche Seereederei DSR plant Einstieg in Containergeschäft

Von Christian Dieter Matuschek

Deutsche Seereederei DSR plant Einstieg in ContainergeschäftDie Wirtschaft an der Ostsee gilt als Boomregion. So will die Detusche Seereederei, DSR, künftig auch ins Containergeschäft einsteigen. Für die Ostsee wird in den nächsten Jahren ein lukratives Container-Geschäfts erwartet. Da will die Seereederei gut mit dabei sein und prüfe nun drei Hafenalagenprojekte für die Gesellschaft, unter anderem auch in der lettischen Hauptstadt Riga, wie Geschäftsführer Horst Rahe der Rostocker „Ostsee-Zeitung“ mitteilte.

Ziel sei es, in den kommenden sieben bis zehn Jahren ein Hafen-Netzwerk zu etablieren, um am erwarteten Container-Boom auf der Ostsee teilzuhaben. Rahe sagte, er rechne mit einem Anstieg von derzeit fünf auf 20 Mio. verschifften Containern. Die DSR in Rostock hatte zuletzt eine eigene Infrastrukturgesellschaft für den Ausbau und Betrieb von Hafenanlagen gegründet.

Für die vergangenen 15 Jahre konnte Rahe eine durchwegs positive Bilanz ziehen. 1993 hatte er die DSRT zusammen mit einem Partner von der Treuhand übernommen. Im Zuge des Unternehmensumbaus seien seit der Ausgründung etwa 8000 Arbeitsplätze geschaffen worden, wie z.B. beim Kreuzfahrtunternehmen AIDA Cruises, das 1996 als DSR-Tochter an den Start ging.

Bei der Privatisierung der Treuhand waren aber nur 2235 Stellen zugesagt worden. Das Ziel wurde deutlich überschritten, zur Freude des Standortes. Die Deutsche Seereederei war die Staatsreederei der ehemaligen DDR. Mit dem Ende der DDR war die DSR der Firmengeschichte zufolge ein Unternehmen mit 14.500 Beschäftigten und 161 Schiffen. Unternehmensstruktur und ein Großteil der Schiffe seien aber nach der Öffnung nicht mehr konkurrenzfähig gewesen.

Die Idee vom Wiederaufbau des klassischen Schifffahrtsbereichs habe die DSR, die sich heute auch im Immobilien- und Tourismusbereich engagiert, nie aufgegeben, betonte Rahe. Das habe auch die 20-prozentige Beteiligung an der Fährreederei Scandlines 2007 gezeigt. Langfristig wolle die DSR die Mehrheit an Scandlines übernehmen. Allerdings hätten die seit Jahren hohen Preise für Schiffe die Pläne bislang gebremst. Für ein sinnvolles Reedereigeschäft seien mindestens 20 Schiffe nötig. “Wir bleiben aber dran an der Sache.”

Artikel vom 13. April 2008

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