Deutsche Telekom – Ein Spionagefall mit zwei Seiten und die Presse zwischen den Fronten

Ein Kommentar von Mark Sander

Deutsche Telekom Ein Spionagefall mit zwei Seiten und die Presse zwischen den FrontenDer nun an das Tageslicht gekommene Spionagefall bei der Deutschen Telekom ist eigentlich nur das Produkt aller Merkwürdigkeiten der letzten Jahre im Hause Telekom. Einst fing es ganz langsam an, da wusste auf einmal die Konkurrenz ganz genau über Vorgänge im Hause Telekom bescheid. So wussten einige Servicemitarbeiter anderer Unternehmen ganz genau zu berichten, dass es in Deutschland zur Fußballweltmeisterschaft kein oder nur ein geringes VDSL – Netz geben wird, ganz im Gegensatz zur damals laufenden Reklame.

Dies ist nur einer dieser speziellen Punkte. Und somit ist es kein Wunder, das man zu besonderen Mitteln griff und genau das richtige tat, man holte sich eine Firma, die ehemalige MFS – Mitarbeiter beschäftigte. Diese haben ganz entscheidende Vorteile, sie kannten und kennen die Materie bestens und folgen immer noch einem direkten Führungsstiel ohne Wenn und Aber.

Nicht zuletzt waren es Mitarbeiter der Stasi der DDR, die sich in die erste abhörsichere Glasfaserverbindung nach Westberlin eingeschliffen hatten.

Der Spionagefall Deutsche Telekom dürfte auch zu einem politischen Desaster führen, denn anscheinend wissen wesentlich mehr Menschen über die Vorgänge bescheid, als sich mancher denken kann. Begünstigt wird dieser Verdacht auch dadurch, das viele Politiker in Aufsichtsräten und anderen Führungspositionen von auch Firmen der Kommunikationsbranche tätig sind.

Aber der Spionagefall Telekom hat auch noch einen bitteren Beigeschmack, denn es gab schon immer einmal Verdächtigungen, das Mitarbeiter auch Gesprächsdaten gegen Honorar an fremde Personen verkauften.

Ganz einfach gefragt, ist die Telekom überhaupt noch ein vertrauenswürdiges Unternehmen?

So, wie es jetzt aussieht, dürfte es ein langwieriger Prozess werden, diesen Sumpf trocken zu legen. Auch muss die Frage der eventuellen Verstrickung von Presseleuten geklärt werden. Waren diese etwa als Vermittler und Händler der Daten im Einsatz. So manchem Telekommitarbeiter dürften schlaflose Nächte bevorstehen.

Die Frage zum Schluss ist, wer wusste nach einem Telefonat zwischen zwei Teilnehmern eigentlich mehr, der angerufene Teilnehmer oder die Telekom?

Artikel vom 1. Juni 2008

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