Deutschland ein geteiltes Land im Wiedervereinigungsgeschwafel

Ein Kommentar von Mark Sander

Deutschland ein geteiltes Land im Wiedervereinigungsgeschwafel FotoDer 3. Oktober, den Tag der Deutschen Einheit lassen sich jedes Jahr Politiker zu positiven Aussagen über die Wiedervereinigung hinreisen.
Die Wirklichkeit sieht aber wesentlich anders aus. Woche für Woche fahren montags in der Früh Millionen Menschen aus den neuen Bundesländern auf Arbeit in die alten Bundesländer und dies zu finanziellen Konditionen, die man durchaus als Hungerlohn bezeichnen kann und muss. Untergebracht werden diese „Fremdarbeiter“ in westdeutschen Billigquartieren zu „guten“ Preisen. Man kann ja aus den Ostdeutschen noch mehr rausholen und ein ordentliches Bett brauchen diese ja nicht.
Eine immer noch typische Aussage der Arbeitnehmer der alten Bundesländer ist, die Ostdeutschen holen wir für die Arbeit, die wir nicht machen wollen.
Letzter Stand in der Politik zur Wiedervereinigung ist, keine Lohnangleichung in den nächsten 30 Jahren!
Es ist der unwiderlegbare Beweis für die Trennung Deutschlands auch nach der Wiedervereinigung. Das „Arbeitslager Ost“ wird weiter betrieben. Die Sache hat den bitteren Beigeschmack von einer Selektion von Menschen, wie sie in der deutschen Geschichte schon einmal in einem anderen Zusammenhang zum Einsatz kam.
Wer heute von gelungener Wiedervereinigung spricht, der meint die des Geldes und nicht der Menschen.
Sollte es so weitergehen, dann dürfte sich Deutschland auf den Weg in einen Bürgerkrieg begeben. Die im Grundgesetz verankerte Gleichbehandlung aller Menschen dürfte in diesem Fall mehr als in Frage gestellt sein. Deutschland einig Vaterland in dem die Sonne wieder über ganz Deutschland scheint.

Artikel vom 3. Oktober 2008

2 Antworten zu “Deutschland ein geteiltes Land im Wiedervereinigungsgeschwafel”

  1. Kalki Cool meint:

    FAZ-Internet-Portal vom 03.10.2008

    “Köhler: Fehler bei Wiedervereinigung, aber viel erreicht

    03. Oktober 2008 Bundespräsident Horst Köhler hat beim zentralen Festakt zum 18. Tag der deutschen Einheit in Hamburg Fehler auf dem Weg zur Wiedervereinigung eingestanden. Doch es sei viel mehr erreicht, als manche sähen oder sehen wollten. Unter großem Beifall sagte er: „Bei allem, was bei der deutschen Einheit gelang oder schiefging – was für ein Glück ist die mutig erkämpfte Einheit, was für ein Segen für unser Vaterland.“

    Köhler setzte hinzu, es habe auch in der DDR Glück und Erfüllung geben. Er zollte den DDR-Bürgern Respekt, „die ihren Weg gegangen sind, ohne sich schuldig zu machen“. Ziel in den neuen Ländern bleibe es, die Arbeitslosigkeit abzubauen. Es gebe einen parteiübergreifenden Konsens, die Bundesländer im Osten weiter zu unterstützen.

    „Lernfähigkeit ist unsere Kultur geworden“

    Köhler fragte: „Was ist gut daran, deutsch zu sein?“ Seine Antwort lautete, dass die Deutschen aus ihrer Geschichte gelernt hätten. „Die Lernfähigkeit ist unsere Kultur, ist unser Charakter geworden.“ Köhler forderte in diesem Zusammenhang, Deutschland solle seine Führungs- und Vermittlerrolle annehmen, aber auch nationale Interessen wahren. „Die Welt braucht das europäische Modell in der Zeit der Globalisierung.“
    Hamburg richtete das Fest in diesem Jahr aus, weil es den Vorsitz im Bundesrat innehat. Die diesjährige Einheitsfeier stand unter dem Motto „Kulturnation Deutschland“. An dem Festakt im Hamburger „Theater im Hafen“ und einem vorausgegangenen ökumenischen Gottesdienst in der Hauptkirche St. Michaelis nahmen auch Bundestagspräsident Norbert Lammert, der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, sowie mehrere Bundesminister und Ministerpräsidenten der Länder teil.

    Am Nachmittag erlebten die Hamburger und ihre Gäste – insgesamt etwa 200.000 Menschen – ein Fest in der historischen Speicherstadt und der neuen Hafencity direkt an der Elbe. Unter anderem gab es ein Drachenbootrennen, zu dem Mannschaften aus Hamburg, Niedersachsen, dem Saarland, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern antraten – jeweils mit dem Ministerpräsidenten an Bord.”

    Dem schließe ich mich an: Es ist viel mehr erreicht, als manche sähen oder sehen wollten!

  2. Manfred Hermann meint:

    He, Du unbekannter, Du gehörts wohl zu denen, die der Meinung sind, das man von 9,40 Euro Westmontagelohn als Bewohner der neuen Bundesländer leben kann. Du merkst doch Nichts mehr. Du solltest Politiker werden!

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