DGB-Chef Sommer will kräftige Lohnerhöhungen 2008
Die Bundesrepublik wird überwiegend von Arbeitern bevölkert, die auf den Lohn durch ihre Arbeitgeber angewiesen sind, oder gar auf die Unterstützung der Ämter. Nur zehn Prozent der Bevölkerung halten den Großteil des Vermögens der Deutschen, wie eine Studie vor einiger Zeit offenbarte, umso härter kämpft der kleine Mann derzeit um mehr Geld.
Jüngst mahnte DGB-Chef Michael Sommer deutliche Lohnerhöhungen im neuen Jahr an.
Hierfür gebe es „gleich mehrere gute Gründe“, betonte Sommer am Dienstag in einem ddp-Interview. Dazu zählten neben der zunehmenden Preissteigerung „die auf breiter Front rasch steigenden Gewinne, an denen die Beschäftigten besser beteiligt werden müssen“. Hinzu kämen „die oft maßlosen Erhöhungen der sowieso üppigen Managergehälter und die gute Entwicklung der Produktivität“.
Führende Wirtschaftsforschungsinstitute warnten dagegen vor zu hohen Tarifabschlüssen. Der Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen, Christoph M. Schmidt, forderte eine „beschäftigungsorientierte Lohnpolitik“. Er verwies darauf, dass es in Deutschland immer noch mehr als 3,5 Millionen Arbeitslose gebe.
Auch der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Ulrich Blum, riet zu moderaten Tarifabschlüssen. Die Größenordnung sollte zwischen zwei und drei Prozent liegen. Er verwies unter anderem auf den leichten Anstieg der Lohnstückkosten in Deutschland nach Jahren des Rückgangs, weshalb man auf die Wettbewerbsfähigkeit achten müsse.
Blum kritisierte, der Bundestag habe mit der Erhöhung der Abgeordneten-Diäten um insgesamt 9,4 Prozent bis zum Jahr 2009 „ein schwieriges Signal gegeben“. Er fügte hinzu: „Die Parlamentarier haben einen kräftigen Schluck aus der Pulle genommen.“ Sie argumentierten zwar, sie hätten drei Jahre lang nicht mehr Geld bekommen. Dies gelte aber auch für Teile des öffentlichen Dienstes, insbesondere den gesamten Beamtenstand.
Blum warnte: „Wenn sich nun der gesamte öffentliche Dienst in Richtung sieben bis neun Prozent aufmacht, dann haben wir ein Problem. Und die Parlamentarier haben alles dafür getan, dass es so kommt.“ Der IWH-Präsident verwies zudem darauf, dass sich die Konjunktur im neuen Jahr voraussichtlich abkühlen wird. Sein Institut erwarte in Deutschland nur noch ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent.
Schmidt betonte, auch das RWI erwarte für 2008 ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent. Die jüngst beschleunigte Inflation sei in erster Linie auf steigende Weltmarktpreise zurückzuführen. Sie erhöhe „also nicht den Verteilungsspielraum“. Schmidt fügte hinzu: „Vor diesem Hintergrund halten wir Tarifabschlüsse von im Durchschnitt um die zwei Prozent für beschäftigungsfördernd.“
DGB-Chef Sommer sagte, er rechne 2008 mit einer positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt - „wenn uns die Energiepreise und die Bankenkrise durch die Immobilienspekulationen in den USA keinen Strich durch die Rechnung machen“. Bisher habe sich die deutsche Konjunktur als erstaunlich stabil erwiesen. Ein zentrales Problem bleibe jedoch die anhaltende Konsumflaute.
DCRS ONLINE meint: Das dürfte noch spannend werden.





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