Die Deutsche Bahn 10 Jahre nach dem Eschede - Desaster Bahn

Ein Kommentar von Mark Sander

Die Deutsche Bahn 10 Jahre nach dem Eschede Desaster BahnAm 3 Juni 1998 um 10.58 Uhr geschah das als undenkbar Mögliche, der ICE 884 „Wilhelm Conrad Röntgen“ verunglückt in Eschede, wegen eines gebrochenen Radreifens. 101 Menschen sterben bei dieser Katastrophe und unzählige werden schwer verletzt. Die Ursachen werden in langwierigen Untersuchungen gefunden, der Gerichtsprozess liegt heute noch vielen Beobachtern im Magen und dessen Urteile sprechen Bände der Zweifelhaftigkeit an der deutschen Rechtsprechung. 10 Jahre danach gibt es immer noch Menschen, die unter diesem Unglück leiden. Die Opfer wurden damals mit lächerlichen 30.000 DM abgespeist und langzeitgeschädigte kämpfen immer noch um die Kosten für ihre Behandlungen. Zum ersten Mal in der deutschen Geschichte kam ein Ombudsmann als Vermittler zwischen Bahn und Geschädigten zum Einsatz. Heute, 10 Jahre danach befindet sich die Bahn mit aller Macht auf dem Weg zum Gang an die Börse. Dabei ist deren Chef Herrn Mehdorn jedes Mittel recht. Aber sie befindet sich auch auf dem Weg in die Gründerzeit der Bahn, die Länderbahnzeit. Schön längst weis die Bahn absolut Nichts mehr von einem flächendeckenden Bahnverkehr, von Kundenservice und deutscher Pünktlichkeit. Schmerzlich wurden alle Bahnkunden erst kürzlich an das Unglück von Eschede, durch die Zusammenstöße von ICEs mit Tieren auf der Strecke erinnert. Dabei wird einem eine Frage aufgedrängt, haben die Verantwortlichen der Bahn überhaupt begriffen, dass sie Menschen transportieren? Starke Zweifel kamen schon nach der Bekanntgabe der damaligen Zustände und ganz besonders nach der Bekanntgabe der Entschädigungssummen auf. Nun 10 Jahre später geht die Bahn an die Börse und die Geschichte solcher Börsengänge von Bahnunternehmen ist mit Leichen gepflastert. Nicht selten führten Sparmaßnahmen im Sinne der Aktionäre zu Unglücken, die vermeidbar gewesen währen. Auch lässt die Bahnführung nicht so recht durchblicken, dass diese sich für ihre Fahrgäste überhaupt interessiert. Fahren in Frankreich die Hochgeschwindigkeitszüge mit Zeigerschlag pünktlich, auf abge-sicherten und total überwachten Strecken von Ort zu Ort, so begibt sich der deutsche Bahnkunde immer auf eine Odyssee mit ungewissem Ausgang. Dabei beginnt es bei der Buchung der Fahrkarten im Fahrkarten - Dschungel, der Frage komme ich mit der Bahn überhaupt noch an diesen Ort und wie lang dauert die Fahrzeit wirklich? Ist er dann im ICE hat er mit ausgefallenen Toiletten, schlechter Luft aus selten gewarteten Klimaanlagen und Verspätungen zu kämpfen. Auf Länderebene muss er dann die einzelnen „Länderbahnen“, private Anbieter nutzen. Allerdings zeigen diese im Gegensatz zur Bahn Leistung. Man kann wirklich nur Hoffen, das der Börsengang der Bahn nicht im Desaster endet.

Artikel vom 25. Mai 2008

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