Die Maskulisten

Ein Kommentar von Helga Wolf

Die MaskulistenIn kaum einem Politik-Forum sind sie zu überlesen, es gibt immer mehr Homepages und Foren von ihnen und darin sind sie wortgewaltig und durchaus auch verbal gewalttätig vertreten. Ich bin sicherlich nicht die einzige, die beim Lesen ihrer Ansichten und Stellungnahmen das bedrohliche Gefühl hat, es springt mir der blanke Frauenhass entgegen.

Wer sind die Maskulisten?

Die Maskulisten sind seit den 90igern ein Zusammenschluß von - meiner Ansicht nach - Männern, für die nicht alles rund gelaufen ist. Scheidungen, Arbeitslosigkeit, Verbitterung. Aber statt die Verantwortung für ihr Leben selbst zu übernehmen, suchen sie die Schuld bei anderen, vernetzen sich mit Gleichgesinnten, stellen sich als Opfer und Frauen als Täterinnen dar.

Um was geht es bzw. was für Ziele haben sie?

Die Gleichheit der Geschlechter. Aha! Das klingt zunächst gar nicht so schlecht. Nun ist es aber so, dass nicht die noch wacklige Gleichheit der Frau gegenüber dem Mann gemeint ist, sondern umgekehrt. Sie fühlen sich diskriminiert und geben dem Feminismus, sprich den Feministinnen, die Schuld daran. Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist völlig unmöglich, lautet eine andere Devise von ihnen.

Wie passt das zusammen?

Des weiteren bringe der Feminismus die Gesellschaft in Gefahr. Das fängt an bei den Scheidungen, der Selbstmordrate der Männer, die herkömmliche Familie fällt auseinander, Teenager werden schwanger, Schulversagen der Kinder -und hier sind hauptsächlich die Jungs gemeint -, geht über die steigende Kriminalität bis hin zu den Verkehrsunfällen und der Homosexualität.

Massig Schuldzuweisungen und Diskriminierung und das von Leuten, die sich selber diskriminiert fühlen?

Es wird sogar von einer Unterwanderung des Staates gesprochen, von einem feministischen Komplott, einem Femi-Nazitum. Da liegt die Frage nahe, ob zu viel TV sich nicht nur schädlich auf Kindergehirne auswirkt?

Frauen sind auch Opfer des Feminismus heisst es weiter, da sie sich vom Pfad der Verführung entfernen und im ständigen Kampf gegen die Männer befinden. Eigenartige Sichtweise. Ist es nicht eher so, dass alle ständig dazulernen und Diskussionen auf dem Weg dort hin normal sind? Mag unbequem sein, aber sicherlich für alle viel zufriedenstellender als patriarchale Zustände und Frauen ohne Rechte, auch wenn sich manche Männer dieses angebliche Paradies zurückwünschen, weil sie sich in der Gegenwart nicht mehr zurechtfinden.

In meinen Augen zeigt sich hier, wer fähig ist, Neuem zu begegnen und zu wachsen, Positives zu sehen oder wer sich Altes zurückwünscht, mit den Zähnen knirscht und dabei auch an Drohungen nicht spart, Argumente an den Haaren herbeizieht, sich unglaubliche Horroszenarien ausdenkt und durch Hetzreden gegen Frauen noch schlimmeres anrichtet, als er sowieso schon bedauert. Stillstand, Rückschritt sowie negative Energien sind weder für die eigene Person noch für die Umgebung förderlich.

Leider gehen die Medien sehr unkritisch mit dem Thema Maskulismus um und so wirklich ist es nicht nachvollziehbar.

Wenn ständig Geschichten erzählt werden vom abgezockten Mann, von abgebrühten Frauen und Kindern, die unter ihren egoistischen Müttern zu leiden haben, wenn die zunehmende Gewalt an Frauen - natürlich sind sie daran auch selber schuld - schlichtweg ignoriert und weggeredet wird, dann sollten allen die Ohren klingeln bei so viel männlichem Opfertum, das den täglichen Meldungen und Zahlen über tote und vergewaltigte Frauen und vollen Frauenhäusern komplett widerspricht.

Wer obendrein die Gewalt an Frauen unterstützt und sie bewusst noch fördert und fordert, sollte weder von den Medien noch von der Politik unterstützt werden. Ich erinnere hier nur an den Ausspruch der Maskulisten: “Dein Bauch gehört mir” sowie organisiertes Mobbing von Familienrichtern (die Forderungen der Maskulisten beinhaltet auch die Bestrafung von Familienrichterinnen, die öfters im Sinne von Frauen entscheiden), organisierte Einschüchterung der geschiedenen Frauen vor Gericht; selbst vor Briefbomben wurde nicht Halt gemacht.

Es besteht keinerlei Interesse bei den Maskulisten, alleinerziehende Frauen zu unterstützen, weder privat als (Ex-)Ehemann noch staatlich gesehen. Frauen, die sich trotz aller Drohungen und Ängste auf den Weg machen, ihre Kinder allein zu erziehen, als weiterhin eine miserable Ehe mit allen dazugehörigen Konsequenzen für sich und die Kinder zu führen, werden systematisch auf allen Ebenen demoralisiert und demontiert, für alles verantwortlich gemacht und dies dann zu ihren Ungunsten ausgeschlachtet. Zeigt die Frau Selbstbewusstsein und setzt sich zur Wehr, werden obige Druckmitteln eingesetzt.

Ob auch nur einem einzigen der Verdacht kommt, wenn er sich den Maskulistien anschließt, dass es für alle hätte anders laufen können mit Unterstützung und einer gewissen Sensibilität für die schwierige Lage der Mütter statt mit öffentlichen Hetzreden und Forderungen nach der kompletten Kontrolle über die Frauen?

Mütter zu beschuldigen ist ein alter Taschenspielertrick des Patriarchats: Wie im Zauberer von Oz verwenden wir all unsere Energie darauf, die böse Hexe aufzuspüren, so dass wir dem Drahtzieher keine Aufmerksamkeit schenken

(Elizabeth Debold, Idelisse Malave, amerik. Autorinnen)

Artikel vom 2. Juli 2008

2 Antworten zu “Die Maskulisten”

  1. Maria sagt:

    Dieser Beitrag ist pure Männerfeindlichkeit, der nechste Schrit wehr wohl Militanter Feminismus…

  2. Helga Wolf sagt:

    Sicherlich war das ein Rechtschreibfehler von dir, dich Maria statt Marius oder Mario zu nennen?

    Ich kenne den alten Trick der Maskulisten zu separieren und wenn du schon unter Frauennamen kommentierst, dann stell es nächstes Mal cleverer an, von den bewusst eingebauten Fehlern mal ganz zu schweigen. Du scheinst tatsächlich dem Irrglauben zu unterliegen, dass Frauen nicht anständig schreiben können…

    Davon mal ab, dass ich keine Lust habe, lange Diskussionen mit Männern unter Frauennamen zu führen: Nein, ich bin nicht männerfeindlich. Aber ich habe was gegen die Maskulisten und das ergibt sich ganz einfach aus den Forderungen, die sie stellen, sowie der von ihnen ausgehenden Gewalttätigkeit Frauen gegenüber. Welche Frau hätte schon Lust, ins Steinzeitalter zurückkatapultiert zu werden?

    Und nein, ich lehne Militanz ab. Das überlasse ich den Maskulisten.

Hinterlasse eine Antwort