Die Waisenkinder des 11.September 2001 und ihre vergessenen Tränen

Ein Kommentar von Mark Sander

Die Waisenkinder des 11.September 2001 und ihre vergessenen Tränen  FotoDer 11. September 2001 dürfte in die Geschichte als einer der perfidesten Tage in der Reihe der menschlichen Auseinandersetzungen auf der Welt eingegangen sein und dies zu Recht. Die Anschläge in den USA auf das World – Trade – Center und das Pentagon haben tausende Opfer gefordert.
Dies ist aber nur die halbe Wahrheit, denn als um 8.46 die erste Maschine in den Nordturm des World – Trade _ Centers einschlug, da begann auch das Sterben von Eltern – Mutter und Vater, Opa und Oma und Tante und Onkel. Plötzlich wurden Kinder mitten aus ihrem jungen Leben in der Familie gerissen und zu Halb- und Vollwaisen. Experten sprechen von tausenden betroffenen Kindern. Dies ist der zweite Schock nach dem ersten der Anschläge.
Aber wo sind die Ankläger und Vollstrecker dieser Kinder, die plötzlich kein geregeltes zu Hause mehr haben, keine Mutti die sie in den Arm nimmt und keinen Vater der mit ihnen Fußball spielen geht oder deren Unterhalt verdient, wo sind sie? Wann starten die Bomber um ihre Tränen zu rechen?
Großzügig wird über die Neubebauung von Ground Zero gesprochen und sie hat begonnen aber über das unendliche seelische Leid der Waisenkinder des 11. Septembers spricht niemand. Über sie wird geschwiegen, obwohl sie die eigentlichen Opfer sind, denn ihr Leben geht weiter aber in einer fremden Welt zwischen Pflegeeltern und Waisenhaus. Dieses Leid ist zutiefst unmenschlich und man darf es nicht verschweigen. Jeder der ein Herz für Kinder hat, sollte nach diesen Kindern fragen. Sie bekommen keinen Gutenachtkuss von ihrer Mutti und keinen Teddybären zu Weihnachten. Denn sie sind die lebenden Fragmente dieses perversen Anschlages.
Denken sie am 11. September an die versteckten Tränen der Waisenkinder von Ground Zero! Es ist mehr als eine Geste und Mahnung – es ist aufgefangenes Herzblut.

Artikel vom 8. September 2008

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