Dresdner Bank kurz vor Übernahme durch Commerzbank

Von Andre Bergmann

Dresdner Bank kurz vor Übernahme durch Commerzbank Foto

Seit mehr als sieben Jahren wird die Übernahe der Dresdner Bank durch die Commerzbank die größte Fusion in der deutschen Bankenlandschaft sein. Nach übereinstimmenden Medienberichten stehen die beiden Finanzhäuser kurz vor der Entscheidung.

Bereits seit Monaten laufen die Verhandlungen. Jetzt sei man auf der Zielgeraden angekommen und die Fusion der beiden Insitiute „in greifbare Nähe gerückt“, so die „Welt“ über das Vorgehen.

Die “Financial Times Deutschland” berichtet, der Aufsichtsrat der Commerzbank komme Ende dieser Woche zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, um eine Entscheidung zu treffen.

Bislang wollte die Commerzbank die Gerüchte nicht kommentieren. Auch die Dresdner-Bank-Mutter Allianz hielt dicht. Lediglich Gespräche mit der Commerzbank wurden eingeräumt.

“Es liegen jetzt die immer gleichen Punkte auf dem Tisch, keiner will sie mehr sehen”, zitiert die “Welt am Sonntag” eine “mit den Vorgängen vertraute Person”: “Es muss jetzt zu Ende gehen - so oder so.” Eine Einladung zu einer außerordentlichen Sitzung des Commerzbank-Aufsichtsrates wurde bislang nicht verschickt.

Laut “Welt am Sonntag” könnten Bewertungsfragen und technische Details die Transaktion noch scheitern lassen.

Als sicher gilt, dass der Münchner Versicherungskonzern Allianz seine Banktochter verkaufen will, die im Zuge der seit Sommer 2007 tobenden Finanzkrise Milliardenbelastungen verkraften musste und in die roten Zahlen gerutscht war. 2001 hatte die Allianz die Dresdner gekauft und damit den letzten große Coup in der deutschen Finanzbranche gelandet. Die Commerzbank gilt als einer der Hauptinteressenten für die Dresdner Bank und steht seit Monaten in Verhandlungen. Interessiert sein sollen auch ausländische Institute.

Artikel vom 25. August 2008

Eine Antwort zu “Dresdner Bank kurz vor Übernahme durch Commerzbank”

  1. Hans Pflüger meint:

    Wie man den Kauf der Dresdner Bank durch die Allianz auch heute noch als großen Coup bezeichnen kann, bleibt mir ein Rätsel. Ein paar Fakten dazu:
    Die Dresdner Bank kostete ca. 26 Milliarden Euro und bringt heute noch ca. 9 Milliarden Euro. Die Dresdner Bank spielte sich vor 7 Jahren auf, als habe sie die Allianz übernommen und nicht umgekehrt. Auch heute wird Herr Walter, Chef der Dresdner, nicht müde zu sagen, er wolle eine führende Rolle in der deutschen Bankenwelt spielen, schließlich habe er einen starken Shareholder. Dabei übersieht er, dass die Commerzbank nur die wenigen Filetstücke an Land ziehen wird und die Knochen und Flechsen des ‘Dresdner Rinds’ überwiegen. Die wirft man aber weg, und er selbst könnte bald erkennen müssen, selber kein Filetstück zu sein. Die Allianz hat der Kauf und die Integration zig Milliarden gekostet, und das Zerschlagen wird weitere Milliarden kosten. Und der Einfädler dieses sinnlosen grün-blauen Deals sitzt heute noch als Oberkontrolleur im Allianz-Aufsichtsrat, wo er eine frühere Offenlegung seines desaströsen Deals bis heute verhindert hat. Und das nent man großen Coup, alles zum Wohle von Kunden, Mitarbeitern und Aktionären. Ich nenne das Pfusch!

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