Drogenmädchen Sabrina bleibt in türkischer Haft

Von Stefan Marx

Drogenmädchen Sabrina bleibt in türkischer HaftDer Richter in der westtürkischen Stadt Izmir lehnte zum Prozessauftakt eine Freilassung der Duisburgerin Sabrina A. gegen Auflagen ab. Die in der Türkei wegen versuchten Drogenschmuggels und Bandenkriminalität angeklagte Deutsche bleibt damit in türkischer Untersuchungshaft.

Der vorsitzende Richter forderte aber über Interpol einen Strafregisterauszug an, um bei der Fortsetzung des Verfahrens am 21. Mai über eine mögliche Freilassung entscheiden zu können. Sabrina A. bestreitet alle Vorwürfe. Die Deutsche hatte vor einem Monat in der Untersuchungshaft einen Jungen zur Welt gebracht.

Im Juli 2007 war die Deutsche auf dem Weg zum Flughafen in Antalya zusammen einem türkischen Hauptverdächtigen und einem Taxifahrer festgenommen worden. Polizisten fanden in einem Koffer in dem Taxi fünf Kilogramm Heroin. Während der Hauptverdächtige Nihat E. weiter in Haft bleibt, wurde der Taxifahrer, der sie zum Flughafen gebracht hatte, auf freien Fuß gesetzt.

Sabrina bestritt zu Beginn des Verfahrens die Anklagepunkte. Sie habe nicht gewusst, dass sich in einem Koffer, den sie mit nach Deutschland nehmen wollte, Heroin befunden habe. Das Gepäckstück habe sie aus Hilfsbereitschaft für einen Türken mitnehmen wollen, den sie erst im Hotel kennengelernt habe. Sie habe kein Geld dafür erhalten. Die Reise in die Türkei habe ihr getrennt lebender Ehemann organisiert.

Sabrina A. könnte nach Prozessende schon bald in die Bundesrepublik ausgeliefert werden. Diese Auffassung vertrat der deutsche Anwalt der 20-Jährigen, Hans Reinhardt, in einem Interview. Die Chancen stünden sehr gut, meinte Reinhardt. Die türkische Justiz sei nicht interessiert, eine Frau mit einem Kleinkind im Rahmen einer langen Haftstrafe zu betreuen.

Artikel vom 25. März 2008

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