Duisburger Mafia Mord – 5 Verdächtige in Haft

Von Christian Dieter Matuschek

Wieder zahlreiche Festnahmen von Mafia-MitgliedernDas Duisburger Restaurant Da Bruno hat traurige Berühmtheit erlangt. Es steht ganz offenbar in direktem Zusammenhang mit dem schockierenden Mafiamord vor vier Monaten in Duisburg und wurde Schausplatz des unfassbaren Verbrechens. Nun wurden fünf Verdächtige Personen nach Behördenangaben festgenommen. Zwei davon in Nordrhein-Westfalen, drei in Italien. Die italienischen Behörden sprechen gar von vier Festnahmen in ihrem Land.

Bei den vier Festnahmen in Italien handelt es sich nach Informationen der italienischen Nachrichtenagentur Ansa um Mitglieder eines kalabrischen Klans. Zwei Männer des Nirta-Strangio-Clans wurden bei groß angelegten Durchsuchungen im italienischen San Luca dingfest gemacht.

Der 29jährige Giovanni Strangio befindet sich allerdings weiterhin auf freiem Fuß. Er wird für das Blutbad verantwortlich gemacht und soll sich zu seinem Clan in Kalabrien zurückgezogen haben. Sein genauer Aufenthaltsort ist allerdings weiter unbekannt. Er war Besitzer zweier Pizzerien im niederrheinischen Kaarst. Zudem wird noch nach einer zweiten namentlich nicht bekannten Person gesucht, die am Tatort gesehen wurde.

Den festgenommenen Personen wird Mord, Waffenhandel und Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Eine direkte Tatbeteiligung an den Mafia-Morden in Duisburg liegt offenbar nicht vor.

In der Nacht zum 15. August waren vor einem italienischen Restaurant in der Nähe des Duisburger Hauptbahnhofs sechs Italiener erschossen worden.

Als Motiv vermuten die Ermittler eine Fehde zwischen zwei verfeindeten Familien der kalabrischen Mafiaorganisation `Ndrangheta. Giovanni S. ist ein Verwandter der Ehefrau des Clanchefs der Strangio-Nirta, die bei einer Auseinandersetzung zwischen den verfeindeten Familien Weihnachten 2006 in San Luca getötet worden war. Ihr fünfjähriger Sohn wurde dabei verletzt.

San Luca gilt als Hochburg der kalabrischen Mafia, die `Ndrangheta genannt wird. In der idyllisch an der Spitze des italienischen Stiefels gelegenen 4200-Seelen-Gemeinde tobt seit 1991 eine blutige Fehde zwischen zwei verfeindeten Mafia-Familien. Auch fünf der Mordopfer von Duisburg stammten aus San Luca.

DCRS ONLINE meint: Wer muss da noch Krimis schauen, wenn die Realität so grausam spannend ist.

Artikel vom 18. Dezember 2007

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