Eigene Verfassung im Kosovo unterzeichnet

Von Andre Bergmann

Eigene Verfassung im Kosovo unterzeichnetDer Kosovo besitzt nun eine eigene Verfassung. Am Sonntag unterzeichnete Ksovo-Präsident Fatmir Sejhiu in der Hauptstadt Pristina das neue Grundgesetz und verlieh ihm damit Rechtskraft.

“Heute ist ein historischer Tag”, weil das Kosovo damit seine Eigenstaatlichkeit endlich erreicht habe, sagte der Präsident des neuen Staates bei der Unterzeichnungszeremonie.

Serbien bezeichnete das neue Grundgesetz für seine frühere Provinz unmittelbar als “rechtlich nicht existent”. Serbien akzeptiert auch weiterhin nicht die Unabhängigkeit des Kosovo.

Formell wurde die schon vor zwei Monaten vom Parlament verabschiedete Verfassung durch die Unterzeichnung von 41 Verfassungsgesetzen in Kraft gesetzt. Damit werden wichtige staatliche Institutionen wie eine Armee und ein Außenministerium gegründet.

Serbiens Regierungschef Vojislav Kostunica verlangte eine Sondersitzung des Parlaments, um den Schritt der Kosovo-Albaner “für null und nichtig” erklären zu lassen.

Bei einem Staatsakt in Pristina wurde erstmals die neue Nationalhymne gespielt. Das fast nur noch von Albanern bewohnte Kosovo hatte sich vor vier Monaten einseitig von Serbien abgespalten. Über 40 Länder, darunter die USA, Japan und die Mehrheit der EU-Mitglieder, haben den neuen Staat inzwischen anerkannt.

Artikel vom 15. Juni 2008

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