Eisbärenbaby Flocke soll jetzt Kasse machen !

Von Irina Heidkamp

EisbärenbabyKurz nach dem ersten medialen Hype um das Nürnberger Eisbärenbaby vor wenigen Wochen hatte der Nürnberger Zoo noch groß erklärt, dass man das Eisbärenbaby nicht vorführen wolle, es gehe nicht um eine Geldmaschine, um reine Profitgier.

Doch angesichts der Flut an Merchandising-Artikeln, die nun unter der Lizenz des Zoos auf den Markt geworfen werden, scheint diese Aussage nicht mehr zu gelten.

Kuscheltiere, Puzzle, oder Brettspiele, es gibt alles von und mit der kleinen süßen Flocke. Auch auf Tassen, Bettwäsche und T-Shirts werde demnächst das Konterfei des Eisbärenmädchens prangen, kündigte ein Stadtvertreter an.

Flocke bekommt von all dem Rummel und Run nach Geld noch nicht viel mit. Sie ist vorwiegend mit Wachsen beschäftigt, und natürlich Fressen. Nach den ersten Aufstehversuchen in der vergangenen Woche wird das Eisbärenbaby nun immer munterer.

Derweil haben stehen immer noch rund 400 Firmen bei der Nürnberger Stadt Schlange und verhandeln um eine Lizenz für Werbeartikel. Die meisten Anfragen stammten von Kuscheltier-Herstellern. Viele davon habe man allerdings ablehnen müssen. Die Einnahmen aus den Lizenzgeschäften, zu deren Höhe sich die Stadt ausschweigt, sollen in vollem Umfang dem Zoo zufließen.

Anfang des Jahres hatte die Stadt noch verkündet, anders als bei Knut in Berlin wolle sie keinen Rummel um das Eisbärenbaby.

Für den Plüschtierhersteller Steiff ist Flocke schon jetzt eine sichere Bank. Mit gleich drei Stofftieren im Flocke-Look will das Unternehmen an den Erfolg des Berliner Eisbären-Babys Knut anknüpfen.

Als Steiff-Tier sei Knut im vergangenen Jahr immerhin 100000 Mal über den Ladentisch gegangen, berichtete Steiff-Geschäftsführer Martin Frechen bei einer Pressekonferenz der Stadt. “Wir sind froh, dass wir Knut eine Freundin zur Seite stellen können”, sagte der Unternehmenschef.

Auch Sabine Berg von der Nürnberger Firma Loft Outdoor, die einen spanischen Hersteller von Kindertrinkflaschen vertritt, macht keinen Hehl über die Gründe für das große Interesse an einer Flocke-Lizenz:

“Es bieten sich bei Flocke viele Anknüpfungspunkte an die Knut-Euphorie.” Motive des kleinen Eisbären schmücken die bunten Alu-Trinkflaschen. Zum Umsatzmotor soll Nürnbergs Eisbären-Nachwuchs auch beim Fürther Spielehersteller Noris-Spiele werden. Mehrere Puzzles zeigen die kleine Flocke - mal tapsig auf die Vorder-Pfoten gestützt, mal rücklings alle Viere von sich gestreckt.

Der eigentliche Flocke-Boom steht nach Einschätzung der Stadt erst noch bevor. Sobald Flocke im April ins Freigehege gelassen wird, rechnet die Tiergartenleitung mit einem Besucheransturm.

Flocke selbst geht es nach Angaben von Zoo-Chef Dag Encke gut. “Sie ist putzmunter, wächst, gedeiht und bekommt immer größere Tatzen.”

Unterdessen wurde der Vater von Klein-Flocke zurück in den Nürnberger Zoo verlegt und soll dort für weiteren Nachwuchs sorgen.”Flockes Mutter sollte möglichst schnell gedeckt werden, um nicht aus der Aufzuchtroutine zu kommen”.

Vera und Felix seien zwei für die Nachzucht sehr geeignete Eisbären. “Daher wäre es ein Luxus, darauf zu verzichten”, unterstrich der Zoo-Chef. Die zweite Nürnberger Eisbärin Vilma wurde derweil am Mittwoch in den Rostocker Zoo verlegt, um dort für Nachwuchs zu sorgen.

DCRS meint: Gut, dass Flocke von all dem noch nichts weiß !

Artikel vom 7. Februar 2008

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