Ermordete Kinder von Darry – Mutter muss in der Psychiatrie bleiben
Wie ein vorläufiges Obduktiosergebnis offenbart, wurden die fünf toten Kinder aus dem schleswig-holsteinischen Darry ermordet. Sie wurden laut Oberstaatsanwalt Uwe Wick erstickt. Weiterhin gilt die 31jährige Mutter als dringend tatverdächtig, da sie aber als unzurechenbar eingestuft wird, muss sie weiterhin in einer geschlossenen, psychiatrischen Einrichtung bleiben.
Derzeit könne nicht ausgeschlossen werden, dass den Kindern zuvor Schlafmittel verabreicht wurden, sagte Wick weiter. Toxikologische Untersuchungen stünden noch aus.
Am Tatort in dem 630-Einwohner-Dorf war die Spurensicherung am Donnerstagvormittag erneut im Einsatz. Das Haus ist weiterhin abgeriegelt. Die 31-jährige Mutter sollte noch am Donnerstag dem zuständigen Haftrichter im Amtsgericht Plön vorgeführt werden.
Die Frau ist den Ermittlern zufolge nach wie vor nicht vernehmungsfähig. Oberstaatsanwalt Wick sagte, “wir werden einen sogenannten Unterbringungsbefehl gegen die Beschuldigte beantragen». Man wolle erwirken, die Mutter vorläufig in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt unterzubringen.
Der Unterbringungsbefehl entspreche einem Haftbefehl, wenn die Tatverdächtige schuldunfähig oder vermindert schuldfähig sei, ergänzte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. In diesem Falle gehe es um einen «dringenden Tatverdacht gegen eine Schuldunfähige». Die einstweilige Unterbringung in der Psychiatrie sei nötig im Sinne der öffentlichen Sicherheit, um deren Gefährdung auszuschließen.
Unterdessen ging die Obduktion der Leichen der fünf Kinder in der Kieler Gerichtsmedizin weiter. Das endgültige Ergebnis der Untersuchung wollte die Polizei auf einer Pressekonferenz am Nachmittag (16.00 Uhr) in Plön mitteilten.
In der Grundschule Darry fiel am Donnerstag der Unterricht aus. Vier Seelsorger betreuten die Schüler, die mit dem Tod der Kinder zwei Klassenkameraden verloren hatten. Eines der Opfer war in die erste, ein anderes in die dritte Klasse gegangen. Ein weiterer Seelsorger war zudem im Kindergarten tätig.
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) forderte unterdessen erneut verbindliche Vorsorgeuntersuchungen. So könnten gefährdete Familien herausgefiltert und weiter begleitet werden. Solche tragischen Fälle passierten nicht aus heiterem Himmel. «Wir müssen prüfen, ob es Warnsignale gegeben hat, wo Schwachstellen waren und ob Informationen verloren gegangen sind», so die Ministerin.
Das Jugendamt hatte am Mittwoch das Haus aufgesucht, nachdem die Kinder nicht in der Schule erschienen waren. „Die Mutter hat sich einem Arzt in der Psychiatrie gestellt und dort darauf hingewiesen, dass sie ihre fünf Kinder durch Verabreichung von Schlafmitteln getötet habe“, sagte Wick. Die Polizei fand daraufhin die Leichen in dem Einfamilienhaus.
DCRS ONLINE meint: Derartige Szenarien sind nur durch eine tief in der Gesellschaft verankerte, vernünftige Moralvorstellung und der Möglichkeit für Familien sich nicht nur am Gesellschaftsrand bewegen zu müssen, zu verhindern.





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