Ex- Ministerpräsident Vogel mit meisten Dienstjahren wird 75
Gleich in zwei Bundesländer hat Bernhard Vogel das Amt des Ministerpräsidenten bekleidet und mit 23 Amtsjahren auch noch einen Rekord aufgestellt. Am Mittwoch wird er 75 Jahre alt. In den vergangenen vier Jahren hat er sich vor allem als Chef der Konrad-Adenauer-Stiftung hervorgetan.
Das sollte Bernhard Vogel bislang niemand nachmachen: In gleich zwei Bundesländern, Rheinland-Pfalz und Thüringen, war der CDU-Politiker Ministerpräsident. Mit 23 Jahren als Landesvater ist Vogel zudem der Ministerpräsident mit der längsten Amtszeit in der Bundesrepublik. Nach seinem Rückzug aus der aktiven Politik vor vier Jahren ist Vogel heute vor allem als Chef der Konrad-Adenauer-Stiftung aktiv. Am 19. Dezember wird Vogel 75 Jahre alt.
Vogel wurde 1932 in Göttingen geboren. Sein älterer Bruder ist der SPD-Politiker Hans-Jochen Vogel. Bernhard Vogel studierte in München und Heidelberg unter anderem Volkswirtschaft und Politische Wissenschaften und promovierte 1960. Seine politische Laufbahn begann er als Mitglied des Heidelberger Stadtrates, 1965 kam er in den Bundestag. Doch bereits zwei Jahre später legte er sein Mandat nieder, um bis 1976 dem Mainzer Kabinett Kohls als Minister für Unterricht und Kultus anzugehören.
Nach Helmut Kohls Wechsel von Mainz nach Bonn 1976 wurde Vogel viermal zum Regierungschef von Rheinland-Pfalz gewählt. 1979 und 1983 schaffte er die absolute Mehrheit bei Landtagswahlen. 1988 verlor Vogel den CDU-Landesvorsitz in Rheinland-Pfalz und trat daraufhin als Ministerpräsident des Bundeslandes zurück. Seitdem beschränkte sich seine Parteiarbeit auf das Engagement im Bundesvorstand der Union und auf seine Tätigkeit als Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung.
1992 schickte ihn Kohl nach Thüringen, wo eine Regierungsaffäre und heftige innerparteiliche Querelen in der Landes-CDU Krisenmanagement notwendig machten. Mit seinem Amtsantritt als Ministerpräsident einer CDU-FDP-Koalition im Februar 1992 gelang ihm ein in Deutschland bislang einmaliges Comeback: Nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik kam ein Politiker ins höchste Regierungsamt zweier Bundesländer. Seit Ende 1992 war Vogel auch CDU-Landesvorsitzender in Thüringen und hielt die widerstreitenden Strömungen im Landesverband zusammen.
Nach der Landtagswahl 1994 schmiedete Vogel mit der SPD eine Koalitionsregierung. Bei der Wahl am 12. September 1999 konnte Vogel schließlich eine absolute Mehrheit für die Thüringer Christdemokraten erringen. Einen seiner Kronprinzen, den ehemaligen Kultusminister Dieter Althaus, betraute er mit der Führung der CDU-Fraktion.
Althaus beerbte Vogel schließlich 2003, als dieser aus Altersgründen zurücktrat. Mit den Landtagswahlen 2004 schied Vogel aus dem Parlament aus. 2000 hatte er bereits den Posten des CDU-Landeschefs an Althaus abgegeben.
Vogel blieb aber politisch aktiv, vor allem in seiner Partei. Von 1975 bis 2006 gehörte er als gewähltes Mitglied dem Bundesvorstand der CDU an, seit 2006 ist er kooptiertes Mitglied.
Seit 1967 ist Bernhard Vogel Mitglied des Zentralrates der deutschen Katholiken, von 1972 bis 1976 war er dessen Präsident. Von 1979 bis 1992 war Vogel Verwaltungsrats-Vorsitzenden des Verwaltungsrates des ZDF, anschließend bis Anfang 2007 dessen Vize-Chef.
Derzeit wichtigste Aufgabe Vogels, der in Speyer lebt, ist der Vorsitz der Konrad-Adenauer-Stiftung, den er bereits von 1989 bis 1995 inne hatte. Seit 2001 nimmt er diese Aufgabe als ehrenamtlicher Vorsitzender erneut wahr, zuletzt wurde er im Juli 2007 für weitere zwei Jahre in dieses Amt gewählt.
DCRS ONLINE meint: Alles Gute zu diesem schönen Jubiläum.





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