Experten sind sich einig: Bahnstreik gefährdet den Aufschwung
Wie nun Bundesregierung und Spitzenvertreter der Wirtschaft warnten wird der Arbeitskampf zwischen Bahn und GDL und die damit verbundenen Streiks schwerwiegende Folgen für den, von der Regierung so viel beschworenen Aufschwung, nach sich ziehen.
„Der robuste wirtschaftliche Aufschwung ist im Moment durch einen hohen Ölpreis und einen starken Euro belastet. In dieser Situation ist ein Streik, der den Güterverkehr stark behindert, Gift für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung“, sagte Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) der „Bild am Sonntag“.
Der Minister ermahnte Gewerkschaft und Bahn: „Ich muss daher beide Tarifparteien daran erinnern, dass sie auch gegenüber den Verbrauchern und der deutschen Wirtschaft eine hohe Verantwortung tragen. Wir brauchen jetzt endlich eine schnelle Einigung.“
Mag der Minister mit seinen Worten Recht haben, so haben die Bürger dennoch von diesem angeblichen Aufschwung nur eines bemerkt, man hat ihnen durch Steuern und Abgaben noch mehr Geld aus der Tasche gezogen.
Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser sagte der Zeitung: „In der Metall- und Elektro-Industrie treten meist schon nach drei Tagen ohne Lieferungen Materialverknappungen auf, speziell in der jetzigen Phase weltweiter Warenengpässe.“
Ähnlich Dieter Ameling, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl: „Wenn der Streik des Güterverkehrs ausgeweitet wird, kann es bei einigen Stahlunternehmen zu Produktionsminderungen kommen. Größere Probleme kann es geben, die Stahlprodukte rechtzeitig an die Kunden auszuliefern.“
Porsche-Chef Wendelin Wiedeking befürchtet Produktionsausfälle: „In unserem Leipziger Werk erhalten wir täglich per Bahn aus dem VW-Werk in Bratislava 180 Karosserien für die Produktion des Cayenne. Wenn dieser Zug ausbleibt, würde unsere Produktion stillstehen.“ Jüngst meldete Prosche allerdings einen Rekordgewinn von mehreren Milliarden Euro.
Der Bahnstreik könnte nach Einschätzung von Claudia Kemfert, Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, sogar zu noch höheren Treibstoffpreisen führen. „Wenn der Lokführerstreik massiv wird, kann es regional zu Preissteigerungen oder sogar Versorgungsengpässen beim Benzin kommen. Eine Streikwoche reicht dafür allerdings nicht aus“, sagte sie.
Der stellvertretende Vorsitzende der Lokführer-Gewerkschaft GDL, Claus Weselsky, bekräftigte die Drohung, in der kommenden Woche „zum Ausstand im Nah-, Fern- und Güterverkehr“ aufzurufen, sollte die Bahn nicht einlenken und die Forderungen der GDL erfüllen. Doch dies will die Bahn nach derzeitigen Erkenntnissen auf gar keinen Fall tun.
In der vergangenen Woche war über die Möglichkeit spekuliert worden, die Lokführer geschlossen in eine separate Servicegesellschaft auszulagern, doch auch dieser Vorschlag scheint weitere Streiks nicht verhindern zu können.
DCRS ONLINE meint: Wie lange lässt sich Deutschland noch von wenigen tausend Personen schikanieren ?! Hat die Regierung in den Streiks vielleicht aber auch eine gelegene Ausrede für den nur herbeigeredeten, fiktiven Aufschwung gefunden ?





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