Fähr-Wrack vor den Philippinen ist voller Leichen

Von Christian Dieter Matuschek

Fähr-Wrack vor den Philippinen ist voller LeichenSie fürchteten sich offenbar in die aufgewühlte See zu springen, wurden in der Fähre eingeschlossen und fanden dort ihren Tod. Die meisten der rund 850 Passagiere der vor drei Tagen vor den Philippinen gesunkenen Fähre sind tot.

Taucher ist es endlich gelungen in das Wrack der Fähre, die vor der Küste der Insel Sibuayan gesunken ist, einzudringen. Dort fanden sie zahlreiche Leichen. Das Schiff liegt in Sichtweite mit dem Kiel nach oben auf dem Meeresgrund. Der Rumpf ragt aus dem Wasser.

“Die meisten der Leichen treiben im Inneren des Schiffes”, erzählt ein Sprecher der Küstenwache. Sie seien am Samstag während des Taifuns “Feng Shen” im Schiff eingeschlossen worden, als dieses plötzlich zur Seite kippte und kenterte. An Bord der “Princess of the Stars” befanden sich zum Unglückszeitpunkt 862 Menschen.

Die Taucher hätten jedoch keine genauen Angaben über die Zahl der Opfer machen können, da es in dem gesunkenen Schiff zu dunkel gewesen sei. Aufgrund der schlechten Wetterbedingungen konnten die Rettungstaucher erst heute in das Wrack der am Samstag verunglückten Fähre vordringen.

Die Zahl der Überlebenden wurde nach offiziellen Angaben auf 43 nach oben korrigiert. Vor der philippinischen Küste waren gestern weitere Überlebende des schweren Fährunglücks gefunden worden. Sechs Menschen schafften es an den Strand der Insel Burias in der Nähe der Unglücksstelle vor der Insel Sibuyan. Dort waren auch am Sonntag schon vier Passagiere lebend gefunden worden. Bislang wurden 57 Leichen geborgen. Mehr als 750 Menschen gelten noch als vermisst. Die Küstenwache sucht die umliegenden Inseln weiter ab.

Doch die Hoffnung, weitere Passagiere und Besatzungsmitglieder der am Samstag gekenterten “Princess of the Star” retten zu können, schwindet. Die “Princess of the Star” hatte am Freitag Manila verlassen und sollte am Samstagnachmittag in der Provinz Cebu ankommen. Sie war in schwerer See nach einem Maschinenschaden vor der Insel Sibuyan auf Grund gelaufen.

Einer der Überlebenden erklärte, das Schiff habe wegen des Sturms seine Fahrt drosseln müssen. “Wir haben gerade gegessen, als die Fähre plötzlich kippte. Uns wurde gesagt, zieht die Schwimmwesten an und verlasst das Boot.” Viele Menschen seien ins Meer gesprungen. “Die, die nicht springen konnten, sind wahrscheinlich in der Fähre ums Leben gekommen.” Nach Aussage des Augenzeugen hätten vor allem Kinder und Ältere die “Princess of the Star” nicht verlassen können.

Eine Frau, die das Unglück von der Küste aus beobachtet hatte, sagte, dass sie vermutlich den Bug eines großen gekenterten Schiffs, aber keine Zeichen von Leben gesehen habe. Polizeichefinspektor Reynaldo Reyes befürchtet, dass weitere Leichen in der Fähre eingeschlossen sind.

Artikel vom 24. Juni 2008

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