Familiendrama im Harz war ein Unfall

Von Jette Petersen

Familiendrama im Harz war ein UnfallDer Hintergrund des Familiendramas in Westerhausen im Harz ist offenbar aufgeklärt. Es handelt sich nach jüngsten Ermittlungsergebnissen demnach weder um Selbstmord noch um Mord, sondern um einen tragischen Unfall auf Grund einer unsachgemäß montierten Heizung.

So sei aus einer Propangasflasche ungewollt Gas ausgeströmt und habe sich im gesamten Haus ausgebreitet. Da die Zimmer nicht gleichmäßig mit Gas gefüllt wurden, konnten die Kinder gerettet werden, für die Eltern jedoch kam jede Hilfe zu spät.

Das Kohlenmonoxid habe wohl auch zu den Vergiftungserscheinungen bei den vier 8- bis 13-jährigen Kindern geführt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Halberstadt mit. Nach jüngsten Ermittlungsergebnissen breitete sich das Gas infolge unsachgemäßer Arbeiten an der Heizung in dem Haus der Familie aus.

Wie ein Polizeisprecher der „Magdeburger Volksstimme“ bestätigte, war in dem Haus offenbar von einem Laien eine Ölheizung in eine Gasheizung umgebaut worden. Der Beamte sprach von einer Konstruktion „Marke Eigenbau“.

Nach den Worten des Polizeisprechers deuten die Gesamtumstände darauf hin, dass es sich um einen Unfall handelte. Toxikologische Untersuchungen, etwa des Blutes der Kinder, stünden aber noch aus.

Die vier überlebenden Kinder waren am Dienstag mit lebensbedrohlichen Vergiftungen in Krankenhäuser gebracht worden. Sie sind nun alle außer Lebensgefahr. Entdeckt worden war das Drama, weil der Vater nicht zur Arbeit erschien und die Familie telefonisch nicht erreichbar war. Eines der Kinder hatte dem Großvater die Haustür geöffnet, ehe es zusammenbrach.

Die Leichen der 32 Jahre alten Frau und ihres 33 Jahre alten Mann waren am Dienstag entdeckt worden. Kurz nach dem Leichenfund hatten die Ermittler auch eine Propangasflasche in dem Haus entdeckt, aus der Gas strömte.

Artikel vom 11. April 2008

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