Finanzkrise - Arme Familien bekommen keine Beerdigung

Von Jette Petersen

Finanzkrise  - Arme Familien bekommen keine Beerdigung  FotoBritische Beerdigungsinstitute nehmen Beerdigungen nur mehr gegen Vorausskasse vor. Das ist die Konsequenz aus den Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten, so die offizielle Begründung. Aus Folge daraus können sich viele arme Familien in Großbritannien eine Beerdigung nicht mehr leisten und müssen oft sogar Monate auf die Bestattung ihrer Lieben warten. Das berichtete die „Mail on Sunday“.

Jetzt muss der Staat einspringen. Doch die Formalitäten hierzu brauchen ebenfalls lange Zeit. Wieder müssen die Toten warten.

Dem Bericht nach erhalten jährlich rund 27.000 Briten staatliche Zahlungen, um die Beisetzung ihrer Familienmitglieder zu bezahlen. Insgesamt mache die Unterstützung 58 Millionen Euro aus.

Ein Vertreter des Verbandes der Bestattungsunternehmer bezeichnete die Lage der Geschäftsleute als “unmöglich”.

In Großbritannien findet die Beerdigung eines Verstorbenen durchschnittlich zehn Tage nach dem Eintritt des Todes statt. Die Behörden brauchen aber sehr viel länger für die Abwicklung der notwendigen Papiere, weil der Andrang auf staatliche Zuschüsse, stark gestiegen ist. Jetzt dauert die Bearbeitung bis zu fünf Wochen, manchmal noch länger.

Die Beerdigungsunternehmer könnten sich aber nicht leisten, die Kosten vorzuschießen. Sie müssten “in diesen turbulenten Zeiten einen etwas geschäftsmäßigeren Ansatz wählen”, sagte John Weir und verteidigt damit das Verhalten der Beerdigungsinstitute.

Artikel vom 12. Oktober 2008

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