Finanzsystem in schlimmster Krise seit Zweitem Weltkrieg

Von Christian Dieter Matuschek

Finanzsystem in schlimmster Krise seit Zweitem WeltkriegDie Hiobsbotschaften im internationalen Finanzsystem reißen nicht ab. Führende Finanzexperten sprechen daher nun von der schlimmsten Krise im internationalen Finanzsystem seit dem Zweiten Weltkrieg, auch der Wirtschaftsweise Peter Bofingern ist dieser Ansicht.

Nach einen eigenen Worten sieht Bofinger auch „klare Abwärtsrisiken“ für die deutsche Konjunktur, die erst im vergangenen Jahr nach mehreren mageren Jahren erstmals wieder einen Aufwärtstrend erlebt hatte. Bofinger forderte massive Reformen bei der Kreditvergabe.

Bofinger befürwortet eine Wiederbelebung des traditionellen Kreditgeschäftes. Kredite müssten wieder über traditionelle Banken laufen und nicht über unpersönliche Zwischenhändler. Der Staat müsse zudem dafür sorgen, dass sich alle Beteiligten an die Regeln hielten. “Nur so werden die Finanzmärkte wieder sicherer.”

Der Finanzexperte differenziert aber maßgeblich zwischen den USA und dem deutschen Aufschwung der vergangenen Monate. “Der Aufschwung in Deutschland ist kein Aufschwung auf Pump gewesen. Wo es keine Kreditblase gibt, kann auch keine platzen.”

Zugleich zeigte sich Bofinger verwundert über den Ruf von Banken nach mehr Staat. “Gerade sie haben in den letzten Jahren alles getan, um staatliche Regeln zu umgehen. Die Devise lautete: Es müssen 25 Prozent Rendite her”, schrieb er in der “BamS”. Für sichere Anlagen gebe es aber nur 4 Prozent Zinsen. Deswegen sei man hohe Risiken eingegangen und habe fragwürdige Geschäftsmodelle gewählt.

“Wer auf der Landstraße eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 100 km/h erzielen will, muss schneller fahren als erlaubt und Überholverbote ignorieren. Das geht eine Zeit lang gut, aber früher oder später kommt der Crash.”

Der Privatanleger müsse aber keine Angst um sein Geld haben, beschwichtigte Bofinger zugleich.

“Die kranken Banken werden rund um die Uhr von den staatlichen Notenbanken betreut, ähnlich wie die Patienten auf der Intensivstation. Die Eingriffe erfolgen so professionell, dass Groß- und Kleinanleger keine Angst um ihre Ersparnisse haben müssen.”

In den schlimmsten Fällen wie bei der Mittelstandsbank IKB helfe der Staat zusätzlich mit Steuergeldern aus.

Die Grünen forderten unterdessen den Staat zu massivem Eingreifen auf. Die Regeln für die Finanzmärkte müssten wieder klarer gesetzt werden und auf diese Weise für mehr Transparenz und Kontrolle sorgen.

Vor allem müsse dem systematischen Versteckspiel von Risiken in Zweckgesellschaften ein Ende gesetzt werden. Die Landesbanken sollten demnach klare Aufgeben im Sinne ihres öffentlich-rechtlichen Auftrages erhalten.

DCRS ONLINE meint: So einfach wird das nicht zu lösen sein !

Artikel vom 23. März 2008

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