Flaschenpost erhält nach 29 Jahren Antwort

Von Stefan Marx

In Japan ist es offenbar Brauch seltsame Brieflein auf den Weg zu schicken und zu warten ob man auf seine Ballon- oder Flaschenpost jemals Antwort erhält. Erst vor wenigen Tagen sorgte eine Ballonkarte für Furore. Die Absenderin erhielt 15 Jahre nach dem Abschicken eine Antwort.

Die Karte hatte ein Fischer aus rund 1000 Metern tiefe gefischt.

Nun ist eine Flaschenpost aufgetaucht, die bereits 29 Jahre alt ist.

1979 haben Schuldkinder im Westen Japans Flaschenpost abgeschickt. Man wollte die Heeresströmungen erkunden. In dieser Woche wurde eine der damals abgeschickten Brieflein pflichtschuldig beantwortet, wie der Lehrer von damals am Donnerstag bekannt gab.

Ein Bauarbeiter namens Masaaki Kondo fand die Karte in einer winzigen Flasche am Strand der nördlichen Halbinsel Shimokita. Er folgte den Anweisungen auf der Karte, gab seinen Namen, den Fundort und die Zeit an, und schrieb kurz das gegenwärtige Wetter auf.

Am Dienstag traf die Antwort schließlich bei der Schule in Tottori ein.

Rund 5500 Flaschenpostbriefe waren dort in den 70er Jahren von den Kindern abgeschickt worden. Lernziel war das Verständnis von Meeresströmungen und Japans Lage innerhalb Asiens. Der damalige Lehrer Toshio Enjo, der heute 79 Jahre alt ist, nannte die Rückkehr der Flaschenpost “unglaublich”. Insgesamt seien 760 Antworten auf die schwimmenden Briefe bei der Schule eingetroffen - die bisher letzte lag aber 20 Jahre zurück.

Es ist derzeit sowieso die Zeit kurioser Brieffunde in Japan: Vor einer Woche hatte ein Fischer im Pazifik eine Brief gefunden, der an einem Plattfisch klebte. Er war 15 Jahre zuvor von einem kleinen Mädchen per Ballon auf die Reise geschickt worden.

DCRS ONLINE meint: Letztendlich kann auf der Erde nichts verloren gehen, die Frage ist nur, ob es vom Menschen wieder gefunden wird.

Artikel vom 31. Januar 2008

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