Flocke hat Geburtstag – Schon zwei Monate alt

Von Irina Heidkamp

Das Nürnberger Eisbärenbaby wird heute zwei Monate alt. Ein kleiner Grund zur Freude. Denn die ersten Wochen im Leben hat das kleine Fellbündel bis jetzt mit Bravour gemeistert. Flocke wächst und wächst und wird immer frecher.

“Das Interesse ist nach wie vor riesig”, weiß Alexandra Foghammer von der Stadt Nürnberg zu berichten. Rund 40.000 Menschen aus aller Welt besuchen täglich Flockes Homepage. Auch die mittlerweile über 60 Videos wurden bereits mehr als 1,3 Millionen Mal angeklickt.

Der Zoo erwartet allerdings, dass der große Ansturm auf das Eisbärenbaby erst noch kommt, nämlich dann, wenn die kleine Dame zum ersten Mal den Besuchern im Freihgehege vorgestellt wird. Darauf hoffen auch die zahlreichen Spielwaren- und Merchandising -Hersteller, die die Marke Flocke von der Nürnberger Stadtverwaltung lizensiert haben.

“Flocke ist putzmunter, sie wächst und gedeiht prächtig”, freut sich Tierarzt Bernhard Neurohr. Mittlerweile ist Flocke 65 Zentimeter groß und wiegt rund sechs Kilogramm. Vor wenigen Tagen brachen die ersten Zähne im Oberkiefer durch. “Auch ihre Tatzen werden immer größer.”

Die Pfleger müssen bereits seit einigen Tagen festere Gummihandschuhe tragen, um keine größeren Kratzspuren an den Händen davon zu tragen. Ganz vermeiden lässt sich das allerdings nicht. Flocke ist und bleibt eben ein Raubtier, wenn im Moment auch noch ein Kleines.

Wachstum und Entwicklung der kleinen Eisbärin werden in einem Tagebuch festgehalten. Das Eisbären-Baby wurde am 11. Dezember geboren. Vier Wochen lang kümmerte sich Mutter Vera zunächst vorbildlich um ihren Nachwuchs.

Vera verließ zwar regelmäßig ihre Wurfhöhle, um sich zu sonnen, war aber immer zur Stelle, wenn es galt, ihr Junges in ihrer Höhle zu säugen. Aus dem feinen Haarkleid bei der Geburt wurde schnell ein dichtes weißes Fell.

Doch nach vier Wochen überschlagen sich die Ereignisse im Nürnberger Tiergarten. Am 7. Januar 2008 frisst Flockes Tante Vilma, die mittlerweile an den Rostocker Zoo abgegeben wurde, ihre beiden Jungen. “So ein Verhalten von Raubtieren ist bekannt, wenn der Nachwuchs krank ist, die Nahrung verweigert oder stirbt”, erläutern die Zoologen.

Doch Tierliebhaber haben wenig Verständnis für die rigorosen Methoden im Tierreich und setzen den Tiergarten unter Druck.

Tags darauf reagiert auch Mutter Vera nervös angesichts des Rummels rund um ihr Gehege. Mehrfach lässt sie ihren noch unbeholfenen Nachwuchs aus ihrem Maul fallen. Aus Sicherheitsgründen trennen die Verantwortlichen das Jungtier von seiner Mutter.

Seither kümmern sich vier Pflegerinnen und Pfleger rund um die Uhr um das damals noch nicht einmal zwei Kilo schwere Eisbären-Mädchen.

Um ihrem wachsenden Bewegungsdrang gerecht werden zu können, wird der Raum mit Flockes Kiste in dieser Woche zu einer begehbaren Box umgebaut. Die Pfleger nennen sie “Kinderstube”. Noch zwei Monate soll Flocke von den Tiergarten-Besuchern ferngehalten werden. Erst Anfang April darf sie ins Freigehege.

DCRS meint: Es ist einfach faszinierend, was die Natur zu bieten hat !

Artikel vom 10. Februar 2008

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