Flohalarm in Polizeiwache

Von Jette Petersen

Flohalarm in Polizeiwache   FotoDas Polizeikommissariat Hannover-Lahe wurde vorübergehend geschlossen. Floh-Alarm ! Zwei Polizisten haben offenbar Katzenflöhe in die Räume eingeschleppt, die sich rapider vermehrten. Jetzt muss ein Kammerjäger helfen.

Der Chef des Kommissariats, Walter Zwick, wurde selber noch nicht von den Tierchen gezwickt, er leidet aber mit seinen Kollegen. “Ekelige Flohbisse können Sie keinem zumuten”, sagt Zwick. Vier Kollegen seien mittlerweile gebissen worden. Am schlimmsten traf es die beiden Beamten, die das unappetitliche Problem von einem Einsatz mitbrachten.

Die Beamten waren in eine Wohnung gerufen worden, weil dort angeblich eine hilflose Person liege. Als sie jedoch die Tür gewaltsam geöffnet hatten, fanden sie niemanden vor und wurden innerhalb von wenigen Minuten von zahlreichen ausgehungerten Flöhen überfallen.

“Das waren dramatische Momente”, erzählt Zwick. Die Kollegen hätten sich sofort bis auf die Unterwäsche ausgezogen, ihre Uniformen wurden von einem Kammerjäger behandelt. Hunderte tote Flöhe klebten daran, einige überlebten.

Jetzt erhält der Chef des Kommissariats seltsame Anrufe. Es ist niemand in der Leitung, aber der Flohwalzer wird am anderen Ende abgespielt. Er versucht es wie seine Kollegen mit Humor zu nehmen. “Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen”, sagt der Polizeioberrat, der in 37 Jahren Dienstzeit noch keine vergleichbare Attacke erlebt hat.

Mit dem Kammerjäger-Besuch am Mittwoch ist der Fall keineswegs abgeschlossen. Die Wache gilt erst als ungezieferfrei, wenn sich in den 130 bis 140 Flohfallen auf allen Etagen keine Parasiten mehr finden. Die Behandlung der Uniformen in den Spinden stehe noch aus, berichtet Zwick: “Vor allem müssen wir prüfen, ob die Schutzwesten nach der chemischen Behandlung ihre Sicherheitsfunktion behalten.”

Der Katzenfloh sei weit verbreitet, erklärt Schädlingsbekämpfer Gerd Liebegott, der mit dem Fall betraut ist. Flöhe seien nicht nur ein Problem in verwahrlosten Wohnungen. “Es gab auch Fälle in Kindergärten oder Internaten. Manchmal passiert es schon, wenn Kinder einen Igel aus dem Garten hereintragen”, berichtet der Schädlingsexperte.

Artikel vom 4. September 2008

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