Forschungslabor Columbus steht kurz vor Start zur ISS - Deutscher mit an Bord

Von Andre Bergmann

Am donnerstag beginnt das Forschungslabor Columbus seine Reise zur ISS-Raumstation880 Millionen Euro hat die Entwicklung und der Bau des europäischen Raumfahrtlabors „Columbus“ gekostet. Nun soll es endlich in den Weltraum geschossen werden. Ein deutscher Raumfahrer, Hans Schlegel, und sein französischer Kollege Leopold Eyharts werden am Donnerstag mit dabei sein. Am Donnerstag um 22.31Uhr MEZ geht es vom Raumfahrtbahnhof Cape Canaveral los Richtung ISS.

Schlegel wird an zwei der drei Außenbordeinsätze zur Montage des Labors am Verbindungsmodul „Harmony“ teilnehmen und es gemeinsam mit Eyharts auch auf den Betrieb vorbereiten.

Das 880 Millionen Euro teure Labor „Columbus“ ist der Hauptbeitrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA zur ISS. Die 6,9 Meter lange und 13 Tonnen schwere Hightech-Röhre mit einem Durchmesser von 4,5 Metern wurde zum größten Teil im Bremer Unternehmen EADS Astrium gebaut. Deutschland ist auch mit 41 Prozent an den Kosten beteiligt.

Mit „Columbus“ verfügt Europa künftig über ein eigenes Segment in der ISS. Damit beginne seine bemannte Raumfahrt „erst richtig“, wie Schlegel in einem Interview vor dem Start sagte. Denn es besitze nunmehr zum ersten Mal „365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag“ Spitzenforschungskapazitäten in der Schwerelosigkeit. Damit zeige Europa, dass es mit den führenden Weltraummächten USA und Russland als „Seniorpartner“ in der Station mithalten könne.

„Columbus“ hat 16 so genannte Racks, in denen wie bei Einbauschränken Laborausrüstungen, Computer und technische Systeme untergebracht sind. Sie können Versuchseinrichtungen bis 700 Kilogramm Masse aufnehmen, die einmal von drei Astronauten bedient werden sollen. Die Racks, die über eine eigene Stromversorgung, Kühlsysteme sowie Video- und Datenleitungen verfügen, können bei Bedarf ausgetauscht werden.

Aus Kostengründen sind in das Labor bereits vor dem Start 2500 Kilogramm Wissenschaftsausrüstungen eingebaut worden. Dabei handelt es sich um Labors für biologische Experimente und die Untersuchung von Flüssigkeiten sowie um ein Modul für die Humanwissenschaften und ein Rack für kleinere Experimente unterschiedlicher Disziplinen.

Das europäische ISS-Labor soll mindestens zehn Jahre genutzt werden. Gesteuert wird es vom Kontrollzentrum des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) im bayerischen Oberpfaffenhofen. Von hier aus können Wissenschaftler per Tele-Operationen teilweise auch direkt in den Ablauf von Versuchen eingreifen und Daten abrufen.

DCRS meint: Hoffentlich klappt alles!

Artikel vom 3. Dezember 2007

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